Hier ein kleiner Erfahrungsbericht über die Prager Fotoschule Österreich. Seit einigen Wochen sind wir frisch gebackene Absolventen und haben alle vier Semester der PFSÖ inkl. Abschlussprüfung geschafft.

Generell werden die Lehrinhalte der Prager Fotoschule in Österreich regelmäßig angepasst, deshalb kann ich 100%ige Richtigkeit für zukünftige Lehrinhalte nicht garantieren. Dieser Erfahrungsbericht spiegelt einen Auszug wieder, was einen erwartet und ist sicherlich nicht ganz vollständig, das würde den Rahmen sprengen.

Warum es überhaupt dazu kam:
Wir (Karin & ich) haben uns speziell auf unseren Reisen sehr stark mit dem Thema Fotografie beschäftigt und da uns das beiden sehr viel Spaß machte und die Ergebnisse aber noch nicht dem entsprachen, was wir uns vorstellten, musste eine Verbesserung her.
Im ersten Schritt machten wir einen Wochenend-Workshop bei Roland Mayr im Nationalpark Kalkalpen. Da konnten wir schon einiges lernen, aber wenn so viel neu ist, dann kann man immer nur ein paar Prozent vom neuen Wissen anwenden. Weiter ging es mit 3 – 4 Wochenend-Workshops im Nationalpark Gesäuse und einem weiteren Workshop bei Roland Mayr. All diese Workshops ergaben eine kontinuierliche Verbesserung, aber waren auch immer nur eine punktuelle (einzelne Wochenenden) Beschäftigung mit dem Thema Fotografie.
Auf einem Workshop von Roland Mayr lernten wir dann einen Absolventen (Josef) der Prager Fotoschule kennen, von dessen Fotos wir sehr begeistert waren. Nach längerer Recherche bzgl. Fotoschulen in Österreich landeten wir dann aufgrund der positiven Meldungen bei der Prager Fotoschule (PFSÖ). Es stand auch noch eine Fotoschule in Wien zur Auswahl, aber bessere Beurteilung bekam die PFSÖ. Dies in Kombination mit den Fotos von Josef, waren ausschlaggebend für unsere Anmeldung bei der PFSÖ.

Aufbau & Ablauf:

  • 4 Semester
  • 16 Blöcke = 16 Wochenenden Unterricht
  • Möglichkeit, Diplomsemester zu machen
  • Dauer der 4 Semester: ca. 2 1/2 Jahre
  • Abschlussprüfung

Die Prager Fotoschule in Österreich, mit ihrem derzeitigen Sitz in Schloß Weinberg in Kefermarkt (mittlerweile ist sie in die Tabakfabrik in Linz übersiedelt), ist in 4 Semester aufgeteilt und bietet auch noch die Möglichkeit eines Diplomsemesters. Die 4 Semester sind jedoch nicht ganz mit Schulsemestern zu vergleichen, da es keine Sommerpause gibt. Jedes Semester ist in 4 Blöcke unterteilt. Jeder Block findet an einem Wochenende statt, Freitag bis Sonntag und man bekommt dort theoretischen und praktischen Unterricht zu verschiedensten Themen rund um die Fotografie. Bei der Anmeldung wird man einem Jahrgang zugeordnet, 36 Personen (z.B.: Jahrgang 42) und in 4 Kleingruppen unterteilt. Fotos, die im 1. und 2. Semester entstehen, dürfen nur in Schwarz/Weiß abgegeben werden.

Was ist man, wenn man die Prager Fotoschule erfolgreich abgeschlossen hat?
Absolvent der Prager Fotoschule. Man ist weder Berufsfotograf (den kann man jetzt sowieso anmelden) noch sonst irgendwas – nur um einiges Wissen & meist auch Können weiter.

1. Semester an der PFSÖ
Man bekommt verschiedenste Aufgaben gestellt, die man fotografisch lösen muss und, die dann in den Blöcken in der Gruppe besprochen werden. Aufnahmen müssen in Schwarz/Weiß in ausgearbeiteter Form mitgenommen werden. Die Aufnahmen dürfen auch nur mit einer Dauerlichtquelle (z.b.: Baustrahler, Fotolampe, Sonne,…) aufgenommen werden.

Hier lernt man seine Kamera von der technischen Seite, den Einsatz von Licht und damit verbundenem Schatten und welche Farben auf Schwarz/Weiß Fotos gute Kontraste erzeugen, besser kennen.Es gibt hier praktischen Unterricht zu Lightroom, Objektiv-Tests, Blende, Belichtung, Verwendung von Fotostudio Equipment, etc.

Zusätzlich sieht man schon, dass man die Fotos für die Ausarbeitung beim Fotoentwickler oder am Fotodrucker anders bearbeiten muss, als man sie am Bildschirm sieht. Generell gibt es zu sagen, dass die Aufgaben-Vorgaben sehr genau eingehalten werden müssen und man doch immer wieder Fotos neu machen muss. Um die Fotos zu erstellen ist sehr viel Freizeit drauf gegangen – das sollte man wirklich nicht unterschätzen.

Man schließt das 1. Semester mit der Abgabe einer Semestermappe mit allen Aufgabenfotos ab. Hier lernt man auch schon, wie man seine Fotos präsentiert.

Abzugeben:

  • 1. Semestermappe mit 27 Fotos
  • 2 Fotos zur fotografischen Aufnahmetechnik

2. Semester an der PFSÖ
Thema im 2. Semester sind neben weiteren Aufgaben auch das Fotografieren einer Reportage. Präsentiert wird das fertige Werk dann in einem Leporello = eine weitere Präsentationsmöglichkeit der eigenen Fotos.

Abzugeben:

  • 2. Semestermappe mit 26 Fotos
  • 1 kleine Reportage ca. 10 – 20 Fotos

3. Semester an der PFSÖ
In diesem Semester lernt man sehr viel zum Thema Farbe, Farbwirkung & Farbkontraste. Dazu kommen auch noch Themen wie Komposition (=Bildaufbau), Kunstgeschichte, Geschichte der Fotografie, Typografie und einiges mehr.

Abzugeben:

  • 3. Semestermappe (Farbmappe) mit 15 Fotos
  • Schriftliche Arbeit zum Thema: Analoge Ausarbeitung
  • Porträt Vorübung mit 29 Fotos
  • Technische Fotografie mit 22 Fotos

4. Semester an der PFSÖ
Im 4. Semester dreht sich alles um die so genannten Module. Die Module sind in Gruppen eingeteilt und je Gruppe muss eine vorgegebene Anzahl von Modulen gewählt werden. Wir haben uns z.B. für folgende Module entschieden.

  • Pflichtmodul: Illustration (zumindest 1 Foto)
  • Pflichtmodul: Reportage (15 Fotos +)
  • Porträt (14 Fotos)
  • Landschaft (12 Fotos)
  • Bildgruppen (6 Foto-Serien)
  • Technische Fotografie (ca. 15 Fotos)
  • Bild & Text (mehrere kleine oder 1 größeres Projekt, z.B.: Logo, Visitenkarte, Briefpapier, Flyer, Kalender, eigene Webseite,…)

Von uns nicht gewählte Module:

  • Architektur
  • Multimedia
  • Akt
  • Projekt
  • Komposition

Pro Modul gibt es engere und nicht so enge Vorgaben, was die Anzahl der Fotos betrifft.

Bis spätestens 2 Monate vor Prüfungstermin abzugeben:

  • Schriftliche Arbeiten:
    • Bildkomposition
    • Kunstgeschichte
    • Geschichte der Fotografie
    • Ausstellungsbeschreibung

Prüfung an der Prager Fotoschule Österreich

Mindestens 2 Monate vor der Prüfung müssen alle schriftlichen Arbeiten abgegeben werden, inklusive aller Semestermappen, sonst darf man nicht antreten. Die Fotos/ Arbeiten aus den gewählten Modulen müssen nur direkt zur Prüfung mitgenommen werden und werden dort beurteilt. Die Modulaufgaben Illustration und Reportage bleiben bei der Prager Fotoschule.
Bei der Prüfung muss man 2 Fragen zur Fotografie mündlich beantworten und seine Modul-Fotos präsentieren. Prüfungsdauer ca. 30 – 60 min.

Mein Fazit

Das folgende Fazit spiegelt mein persönliche Meinung wieder und beruht auf meinen fotografischen Vorlieben, die eher im Bereich praktische Fotografie und nicht im künstlerischen Bereich liegen.

Cons:
– wenig Praxis
– viele schriftliche Arbeiten
– viel Freizeit, die man investiert
– Fotoaufgaben verfolgen einen auf Schritt & Tritt
– wenig Zeit, um Erlerntes in den Blöcken auszuprobieren
– man braucht einen geduldigen Partner, wenn dieser nicht zufällig auch die Fotoschule macht

Pros:
+ man setzt sich über mind. 2 1/2 Jahre sehr intensiv mit der Fotografie auseinander
+ im Eigenstudium lernt man viel durch Trial & Error
+ man lernt sehr viele Bereiche der Fotografie kennen
+ Fotostudio kann kostenlos benutzt werden
+ Gemeinschaft mit den Jahrgangskolleg(inn)en ist super
+ Man verbessert sich fotografisch eindeutig
+ Neben der Fotografie lernt man auch Dinge wie Typographie & Präsentation der Fotos
+ Im Vergleich zu anderen Fotoschulen wird hier wirklich sehr auf Qualität geachtet
+ Größtenteils motivierte und hoch qualifizierte Vortragende

Die letzten 2 1/2 Jahre waren fotografisch sehr intensiv und haben unsere Freizeit stark reduziert, wir haben uns aber fotografisch drastisch verbessert und sehr nette Menschen kennengelernt.

Rat
Sollte man sich entschließen, die Prager Fotoschule zu machen, dann sollte man die Aufgaben nicht schleifen lassen und sich dahinter klemmen. Je länger man die Dinge aufschiebt, desto mehr fühlt man sich am Ende erschlagen. Einer der wertvollsten Punkte für uns war ehrliches Feedback zu unseren Fotos zu bekommen, nur so kann man sich verbessern. Wenn man keine Fotos zum Besprechen mitnimmt, kann man nicht kritisiert werden, aber sich auch nicht wirklich verbessern.

Was uns ebenfalls viel gebracht hat, war die Anschaffung eines guten Fotodruckers (wir haben uns für einen Epson R3000 entschieden). Somit konnten wir die Aufgaben und unsere Abschlussarbeiten selbst professionell drucken und waren nicht von externen Entwicklungsfirmen abhängig. Spart Zeit, kostet vielleicht mehr Geld.

About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

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