Foto-Safari Namibia: Ausrüstungs-Check

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Ein essentieller Teil der Planung unserer Foto-Safari Reise war natürlich auch die Entscheidung, welche Kamera-Ausrüstung wir mitnehmen, wie wir das beim Camping mit dem Strom machen, wir wir unser Equipment schützen und unsere Fotos sichern. Hier erzählen wir, wie wir diese Herausforderungen gemeistert haben.

Welches Kamera-Equipment braucht man für eine Foto-Safari?

Die Entscheidung dafür war bei einigen Dingen sehr leicht und bei anderen wieder schwieriger. Zuerst haben wir uns mal gefragt, was wir wahrscheinlich alles fotografieren werden. Dabei kam heraus:

  • Tiere
  • Landschaft
  • Menschen
  • Pflanzen
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Scheu war diesem Himba-Buben völlig fremd 🙂

Wir waren damit konfrontiertet, dass man für die Tierfotografie doch dementsprechend lange Brennweiten haben sollte. Unsere Objektpalette stellte mit dem Nikkor 70-300mm die Obergrenze, wenn es um Brennweite ging, dar. Da wir aktuell über 2 Nikon D700 und eine D90 verfügen, entschlossen wir uns das Nikkor 70-300mm auf der D90 zu verwenden, wodurch wir den Crop-Faktor von 1,5 der D90 ausnutzen konnten und sich somit das Nikkor 70-300 mm in ein 105-450 mm verwandeln ließ. Somit war mal einer von uns mit ein bißchen mehr Brennweite ausgestattet.

Als Objektive mit größerer Brennweite hatten wir dann nur noch ein Nikkor 70-200mm f2,8 über, das auf der Vollformatkamera Nikon D700 eine Brennweite von genau 70-200mm ergeben hätte. Damit waren wir aber nicht zufrieden und wir haben hin und her überlegt, ob wir z.B. in ein Nikkor 200 – 400 mm f4 investieren sollen. Der Preis von rund 7.000 EUR dafür hat uns dann aber verschreckt. Speziell unter dem Gesichtspunkt, dass wir so eine lange Brennweite sonst nur sehr selten brauchen. Kurz stand dann auch die Idee im Raum, so ein Objektiv für 3 Wochen zu mieten. Das ist allerdings auch sehr kostspielig und deshalb haben wir uns für eine andere Lösung entschieden.

Der 2-fach Telekonverter Nikon AF-S TC-20E III für rund 480 EUR war unsere Kompromisslösung. Der 2-fach Telekonverter verdoppelt die Brennweite am Nikkor 70-200mm. Allerdings  verringert er aber gleichzeitig die Anfangsblende von f/2,8 auf f/5,6. Qualitätsmäßig hat man dann natürlich Einbußen, aber im Nachhinein gesehen kann man damit leben. Den Konverter haben wir übrigens nicht neu gekauft, sondern bei Willhaben.at eine gebrauchte und daher günstigere Version gekauft.

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Gute Qualität trotz Konverter, da die Elefanten sehr nahe waren reichten 380mm Brennweite

Zu guter Letzt hatten wir somit 2 Kameras mit jeweils einer maximalen Brennweite von 450mm und 400mm. Das ist für Safari- und Tierfotografie eigentlich schon die Untergrenze. Wir hatten echt sehr viel Glück und viele der Tiere waren bei unserer Foto-Safari sehr nah bei unserem Auto. Wenn man sich mehr Brennweite leisten kann, dann sollte man ruhig darin investieren. Hier noch 2 Fotos, welche Arten von Fotografen und Kameraequipment man zu sehen bekommt.

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Bei Gruppenreisen ist es beim Fotografieren meist sehr gedrängt im Fahrzeug

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Wenn Geld keine Rolle spielt, sind Reisen mit Safari-Mobil und Guide super

Für Tiere war klar, viel Brennweite und daher oben genannte Objektive und Ausrüstung. Für Landschaft und Menschen braucht man oft kein Tele, daher entschieden wir uns für das Nikkor 24-70mm f/2,8 und das Nikkor 24-120mm f/4. Warum 2 Objektive mit ähnlicher Brennweite? Weil wir uns aufgrund der Qualität auch dafür entschlossen hatten, beide D700 Bodies und den D90 Body mitzunehmen.

Für die Pflanzen durfte ein Makro nicht fehlen. Somit war auch unser Tamron 90mm f/2,8 mit von der Partie. Als Spaßvariante für Landschaften haben wir dann auch noch das Weitwinkelobjektiv Nikkor 10-24 mm DX mitgenommen (aber selten verwendet). Wenn es mit dem Platz knapp wird, kann man diese 2 Objektive ruhig auch zuhause lassen.

Braucht man auf einer Foto-Safari ein Stativ?

Wir hatten eines unserer tollen Manfrotto-3-Bein-Stative und das Einbeinstativ der Marke Cullmann dabei. Genauere Infos zu unserer gesamten Foto-Ausrüstung haben wir hier mit Vor- und Nachteilen aufgelistet.

Während der Foto-Safari in Etosha haben wir die Stative kaum verwendet, da im Auto nicht genug Platz war. Auch die Panoramen haben wir oft freihändig gemacht haben. Speziell für die Panoramen hätte das Manfrotto 3-Beinstativ aber mehr als Sinn gemacht (dafür gab es eh mehrere geistige Rügen).

Tipp: Für Fotos auf Safari eignet sich ein Bohnensack zum Auflegen am Fensterbrett im Auto besser. Für Landschaftsfotos und vor allem Panoramen ist ein solides 3-Bein-Stativ sinnvoll.

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Manchmal wäre der Einsatz des Stativs schon hilfreich gewesen 😉

Wie schützt man die Ausrüstung auf einer Foto-Safari?

Im Vorfeld haben wir in unterschiedlichsten Foren jede Menge Schauergeschichten gelesen wie „Man soll seine Kamera mit einem Kamerasack schützen, eine Art Regenschutzhülle, die man dauernd drauf hat oder das Objektiv und den Body mit Silikon versiegeln.“ Diese Vorschläge waren uns dann doch zu extrem und so haben wir uns entschlossen, den öfter mal angeführten Weg zu gehen und haben Folgendes gemacht:

Kameras mit unterschiedlichen Objektiven hatten wir – nicht nur bei der Foto-Safari in Etosha – meist im Fahrerraum, teilweise griffbereit am Schoß liegend (falls plötzlich ein Tier auftaucht!) oder hinter den Sitzen, entweder abgedeckt oder nicht. Nicht verwendetes Equipment haben wir im Fotorucksack im Kofferraum gelassen und diesen noch extra mit einem Müllsack geschützt. Objektive haben wir nur sehr selten untertags gewechselt und hauptsächlich am Abend am Campingplatz in der Fahrerkabine umgesteckt. Fast täglich haben wir am Abend unsere Ausrüstung gereinigt und sie vom gröbsten Staub befreit. Dafür haben wir einen kleinen Blasebalg, einen feinen Pinsel, ein Putztuch und Displayreiniger verwendet.

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Der allgegenwärtige Sand und Staub ist die größte Gefahr für das Foto-Equipment

Natürlich sind die Kameras inklusive Sensor nach dieser Reise verunreinigt und müssen einer Reinigung unterzogen werden, aber durch unsere Vorgehensweise konnten wir die Verunreinigungen so gering wie möglich halten. Wenn man hier also mit ein wenig gesundem Menschenverstand herangeht und nicht im Sandsturm sein Objektiv wechselt, dann kann man getrost auf die oben beschriebenen Extremlösungen verzichten.

Wie transportiert man das Kamera-Equipment auf einer Foto-Safari?

Da wir ja doch einiges an Ausrüstung dabei hatten, die Kameras aber nicht im Großgepäck aufgeben wollten und auch noch zusätzlich einen  normalen 30 Liter Rucksack mitnehmen wollten, haben wir uns nach einem Fotorucksack umgesehen, der fast all unser Equipment aufnehmen konnte und gleichzeitig von der Größe noch als Handgepäck durchging. Die Wahl fiel auf den ThinkTank Airport Accelerator. Ein genauer Bericht zu diesem Fotorucksack findest du in diesem Extrabeitrag

Da man die Foto-Ausrüstung auf Safari selten trägt, sondern meist vom Auto aus fotografiert, ist ein Rucksack praktisch, wo man alles übersichtlich verstauen und schnell auf die Sachen zugreifen kann.

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Der Airport Accelerator bietet viel Stauraum und man hat alles schnell bei der Hand.

Datensicherung auf einer Camping Foto-Safari

Großes Kopfzerbrechen hat uns auch das Thema Datensicherung gemacht. Da wir oft Campen wollten und nur selten mit Strom gerechnet haben, war unsere normale Methode mit Sicherung auf Laptop und externer Festplatte nicht optimal. Daher gab es im Vorfeld sogar die Überlegung, sich eine eigene Solarzelle anzuschaffen bzw. sich einen Imagetank zu besorgen.

Gelöst haben wir es folgendermaßen: Von unserer letzten Kanadareise hatten wir noch einen Spannungswandler für das Auto zuhause und den haben wir mitgenommen. Dadurch war es uns möglich auf langen Fahrstrecken den Akku des Laptops wieder voll zu laden und abends konnten somit immer wieder die Daten auf den Laptop gesichert werden. Ein doppeltes gleichzeitiges Sichern beim Importieren in Lightroom auf die externe Festplatte habe ich bald aufgegeben. Lag auch daran, dass das Importieren der Fotos von den Compactflash Karten Jahre gedauert hat und dabei die externe Festplatte den Akku des Laptops leergesaugt hat. Nach der einfachen Sicherung auf den Laptop, hab‘ ich mir dann aber die Ordner gesucht und sie auf die externe Festplatte rübergezogen. Somit war eine doppelte Sicherung der Daten wieder möglich. Wir hatten dann auch noch eine 2. externe Festplatte mit, aber darauf haben wir aus Zeitgründen dann nicht mehr gesichert.

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Am Abend haben wir die Fotos am Laptop gesichert, wo immer wir auch waren.

Foto-Safari: Besser in der Gruppe oder individuell?

Wir sind absolute Individualtouristen und versuchen, wann immer möglich, auf eigene Faust unterwegs zu sein. Das hat den Vorteil, dass wir unsere Reiseroute auf die eigenen Wünsche abstimmen können, die Unterkünfte frei wählen und entlang der Strecke jederzeit zum Fotografieren stehen bleiben können.

Dazu kommt, dass wirklich gute Foto-Gruppenreisen sehr teuer sind. 3 Wochen organisierte Fotoreise hätten uns pro Person ohne Flüge rund 6.000 EUR gekostet. Vorteil dabei ist, dass man sich um nichts kümmern muß und trotzdem zur richtigen Tageszeit bei der Foto-Location ist. Auch ein Guide, der sich mit den Tieren und auch den Gepflogenheiten des Landes auskennt, ist ein Bonus. Eine weitere Alternative ist, vor Ort nur ab und zu eine organisierte Tour zu machen, um von diesem Wissen zu profitieren. So haben wir das auch gemacht.

Für uns war so eine Variante schlichtweg zu teuer und deshalb hat Karin die Reiseplanung wieder selbst in die Hand genommen. Details zur Reiseroute inklusive Fotos kommen dann auch in einem Extrabeitrag. Es sei nur so viel gesagt, in Etoscha im Nationalpark wo die Damen und Herren mit den „großen Rohren“ herumgefahren sind, waren wir trotzdem oft früher und näher an den Tieren!

Alle Infos zu Flug, Mietauto, Unterkünften, Sicherheit und Gesundheit findest du in diesem Artikel.

Auf Safari ist es immer ein Glücksspiel, wieviel Tiere man sieht, wie nahe sie herankommen und, ob man sie gut fotografieren kann. Ganz besondere Fotomöglichkeiten für Geparden, Wüstenluchse und verschiedenste andere Tiere bietet das N/a’an ku sê Wildlife Sanctuary nahe Windhoek, das noch dazu wichtige Arbeit zum Artenschutz leistet. Unsere Foto-Tipps für das N/a’an ku sê Wildlife Sanctuary durften wir in einem Gastartikel auf dem großartigen nachhaltigen Reiseblog Reisezeilen von Beatrice veröffentlichen.

Falls jetzt schon Fragen bei dir auftauchen, einfach einen kurzen Kommentar hinterlassen oder uns auf Facebook anschreiben. Wenn du andere Erfahrungen zu den oben angeführten Punkten hat, dann ruhig her damit 🙂

About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

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