Namibia – Fotoreise selbst organisieren

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3 Wochen Zeit für ein abwechslungsreiches Land mit faszinierender Tierwelt, ganz unterschiedlichen ethnischen Gruppen und atemberaubender Landschaft. Namibia, ein Land, das sich für Europäer als idealer Afrika-Einstieg anbietet.

Gute Straßen, gute medizinische Versorgung und auch bezüglich Sicherheit mußten wir uns auf unserer Reise keine Sorgen machen.

Da Fotoreisen von Spezialanbietern rund 6.000 € p.P. ohne Flug kosten, war die Entscheidung für einen selbstorganisierten Urlaub schnell gefällt. Was für Kamera-Equipment man für eine Safari Foto-Reise braucht und wie man es am besten schützt, haben wir einem eigenen ausführlichen Artikel zusammen gefasst.

Planung einer Namibia Foto-Reise

Wir waren als Individualreisende mit dem Namibia Reiseführer von Michael Iwanowski sehr zufrieden. Schon bei der Planung hat uns dieses Buch gute Dienste geleistet. Vor Ort hatten wir die große Straßenkarte ständig im Einsatz. Auch für die Infos zu den Unterkünften und den kurzen bebilderten Teil über die Fauna von Namibia haben wir regelmäßig genutzt. 

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Das N/a’an ku sê Wildlife Sanctuary bietet außergewöhnliche Foto-Begegnungen!

Da uns der Teil über die Fauna im Reiseführer zu wenig war, haben wir uns vor Ort im Etosha Nationalpark im Shop noch die tolle Etosha Road Map and Photo Gallery von Claudia & Wynand du Pessis gekauft, die wir wärmestens empfehlen. 

Tipp: Wir kaufen selten Reiseführer, da wir sie immer nur ein paar Wochen brauchen. Wann immer möglich borgen wir uns daher die aktuelle Auflage einfach aus der Bibliothek aus.

Der geeignete Reisezeitraum für Namibia

Wir waren von Mitte Juli bis Anfang August unterwegs, im namibischen Winter. Das hat einige Vorteile!

Geringes Malaria-Risiko
In der Zeit ist Trockenzeit  Der Vorteil ist, dass das Malaria-Risiko dadurch sehr gering ist. Wir wurden in den 3 Wochen von keinem einzigen Moskito gestochen.

Angenehmes Klima
Laut Reiseführer sollte man so um die 15 – 20 Grad untertags haben und nachts kann es bis -2° C bekommen. Bei uns war es tagsüber fast immer wärmer und wir hatten eher zu viel warme Kleidung mit. In der Nacht kann es aber, speziell in Wüstengebieten wirklich sehr kalt werden und man sollte für’s Campen definitiv einen guten Schlafsack mitnehmen. 

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Bei Temperaturen um die 0°C sind Handschuhe & Mütze super!

Karin war schon einmal im Januar in Namibia. Obwohl sie auch damals viele Tiere gesehen hat, war es extrem heiß mit Temperaturen bis zu 40°C. Das Klima im Winter ist auf alle Fälle angenehmer!

Optimal für Safari
Ein weiterer Vorteil dieser Jahreszeit ist, dass man auf Safari viele Jungtiere sieht und alle Tiere, aufgrund der Trockenheit, zu den Wasserlöchern kommen und man sie dort gut beobachten kann. 

Nachteil Hauptsaison
In unserem Sommer ist Hauptreisezeit in Namibia und es ist viel los. Vor allem im Etosha Nationalpark sollte man daher die Campingplätze unbedingt weit im Voraus buchen! Trotzdem fanden wir, dass sich die Touristen meist gut verteilen und es nirgends zu überlaufen war. Die Vorteile haben definitiv überwogen!

Flüge nach Namibia 

Die Flüge waren das Teuerste bei unserer Reise. Gebucht haben wir bei Expedia, mit South African Airways Wien-München-Johannesburg-Windhoek. Ein Direktflug von München nach Windhoek hätte ca. 300 € p.P. mehr gekostet. 

Unser Flug nach Johannesburg hatte etwas Verspätung. Da der Flug nach Windhoek überbucht war, wurden wir einfach – ungefragt – schon vor unserer Ankunft auf einen späteren Weiterflug umgebucht, obwohl wir rechtzeitig zum Boarden in Johannesburg am Schalter waren. Trotz all unserer Bemühungen wurden wir nicht mitgenommen. Das hatte zur Folge, dass wir eine gebuchte Tour am selben Tag nicht mehr machen konnten. 

Tipp: Am Ankunftstag keine Touren buchen. Pufferzeiten einrechnen!

Mietauto für Namibia

Wir haben einen Toyota-4WD mit Klimaanlage und Dachzelt über’s Internet bei Africancarhire.de gebucht. Bei der Mietwagen Auswahl sollte man darauf achten, daß man einen 2. Tank und einen 2. Ersatzreifen hat. Der Vermieter sollte außerdem die Standards des Caran-Clubs einhalten. Die Buchung klappte problemlos, der E-Mail Verkehr fand auf Deutsch statt. 

Wir hatten beim Auto auch eine Camping-Ausrüstung mit Tisch, Sesseln, Kocher, Geschirr, etc. dabei Beim Dachzelt ist bereits eine Matratze im Zelt, sodaß wir nur mehr unsere Schlafsäcke mitnehmen mußten. Bei Bedarf werden auch Miet-Schlafsäcke zur Verfügung gestellt.  

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Campen im Dachzelt – eine neue Erfahrung für uns!

Wir wurden am Flughafen abgeholt und zur Mietwagenstation gefahren. Es kann sein, dass am Flughafen noch auf andere Gäste gewartet wird und man auch hier schon Pufferzeiten einrechnen sollte.

Die Übernahme des Mietautos selbst dauert auch recht lange, weil einerseits der Vertrag nochmal durchgegangen und unterschrieben werden muß und andererseits alle Teile inkl. der Camping-Ausrüstung durchgegangen und hergezeigt werden. 

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Die Campingausrüstung war im Mietpreis inkludiert, so mußten wir nur Schlafsäcke mitnehmen

Tipp: Für die Übernahme des Auto inklusive der Anfahrt vom Flughafen 2-3 Stunden einrechnen. Plane Zeit ein, dass du unbedingt rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung noch zu deiner Unterkunft fahren kannst! Sobald es dämmert, sind jede Menge Tiere unterwegs, das kann gefährlich werden!

Zur Sicherheit mußten wir einen Kreditkarten Blankobeleg im Büro von Africancarhire hinterlassen, was wir auch schon von anderen Vermietern kannten. Allerdings wurde uns der Blankoschein auch nach Rückgabe des unversehrten Autos nicht ausgehändigt und auch nicht zerrissen. Als wir diesbezüglich nachfragten, wurde uns vom Besitzer in sehr unfreundlichem Ton mitgeteilt, dass das seine Sicherheit sei, wenn beim Wagen im Nachhinein doch noch etwas sein sollte. Abgesehen von diesem unguten Vorfall hat alles jedoch sehr gut geklappt und das Auto war in einwandfreiem Zustand.

Unterkünfte buchen in Namibia

Obwohl wir in der Hauptsaison unterwegs waren, haben wir kaum Unterkünfte im Voraus gebucht, da wir mit unserem Auto mit Dachzelt meistens gecampt haben und fast überall einen Stellplatz gefunden haben. Ab und zu haben wir uns dann aber doch ein Zimmer in einer besonderen Unterkunft gegönnt.

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Unser wunderschöner Bungalow in N/a’an ku sê.

Ganz wichtig ist es aber, zumindest im Etosha Nationalpark die Übernachtungen auf den gewünschten Campingplätzen im Voraus zu buchen. Das Gebiet von Etosha ist sehr groß und manche Wasserlöcher sind viel besser zum Fotografieren geeignet als andere. Wenn man da in der Früh erst eine weite Anfahrt hat, verpasst man nicht nur das tolle Licht, sondern auch besondere Momente. 

Sicherheit in Namibia

Wie schon erwähnt, haben wir uns nie wirklich unsicher gefühlt. Wir haben aber auch nicht wild campiert (außer einmal mit den San), sondern waren immer auf einem bewachten Campingplatz oder einer Farm. Beim Parken in der Stadt wird man beim Aussteigen oft angesprochen, ob das Auto bewacht werden soll. Gegen ein kleines Trinkgeld haben wir das gerne angenommen, auch um die lokale Bevölkerung zu unterstützen.

Zahlen mit Kreditkarte
Beim Einkaufen & Bezahlen verwenden wir seit einem Daten-Missbrauch in Island gerne eine Skrill Prepaid Mastercard. Man kann vorab bestimmen, wieviel Guthaben man auf die Karte lädt und sie wie eine normale Kreditkarte mit höherem Rahmen verwenden. Da nicht mehr abgebucht werden kann, als drauf ist, hält sich das Missbrauchsrisiko somit auch sehr stark in Grenzen.

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Für den Notfall hatten wir eine Reise- und eine Foto-Equipment-Versicherung

Reise- und Fotoversicherung
Da wir viel reisen, sind wir Besitzer einer weltweiten Jahres-Reiseversicherung bei der Europäischen Reiseversicherung. Die Versicherung gilt für unbegrenzt viele Reisen. Maximale Dauer pro Reise sind 42 Tage, die auch auf 84 Tage erweitert werden kann.

Wenn du, so wie wir, doch einiges an Foto-Equipment auf Reisen mitnimmst, dann legen wir dir eine separate Foto-Versicherung ans Herz. Wir sind seit Jahren bei Aktivas.de und sehr zufrieden. Wir hatten in dieser Zeit auch schon einen Schadensfall in der Höhe von € 10.000, da uns fast unsere gesamte Foto-Ausrüstung gestohlen wurde. Die Abwicklung bei Aktivas war professionell und problemlos. Mehr zum Thema Sicherheit auf Foto-Reisen findest du hier.

Gesundheit in Namibia

Impfungen
Bezüglich der Impfungen haben wir uns – wie immer – beim Impfservice und der reisemedizinischen Beratung der Stadt Wien informiert und immunisieren lassen. Wenn du zum ersten Mal eine Fernreise machst, solltest du am Besten 3 Monate vor Abreise schon zur Beratung gehen, da manche Impfungen aus mehreren Teilen bestehen und über einen längeren Zeitraum verabreicht werden müssen.

Moskito-Schutz
Das Allerwichtigste ist, Moskito-Stiche so gut wie möglich zu vermeiden. Deshalb haben wir unsere Outdoorkleidung bereits zuhause mit No Bite Kleidungs-Spray gut imprägniert. Vor Ort haben wir dann noch zusätzlich die No Bite Hautcreme verwendet. Der Wirkstoff DEET ist für die Haut nicht gerade gesund. Deswegen verwenden wir mittlerweile die neue Creme in der schwarzen Tube, die länger wirkt. Welche Malaria-Tabletten du brauchst und wie du dich sonst schützen kannst, mußt du aber unbedingt mit deinem Arzt abklären!

Sonnenschutz
Auch im namibischen Winter braucht man eine starke Sonnencreme. Da wir prinzipiell versuchen möglichst umweltfreundliche, ökologische Produkte zu kaufen, haben wir es zuerst mit Bio-Sonnencremen auf Mineralbasis versucht. Fazit: Fürchterlich! Die Cremen waren sehr zäh und zogen nicht in die Haut ein, sondern blieben als dicke weiße Schicht auf der Haut und wir fühlten uns überhaupt nicht wohl.

Nach langem Suchen und Ausprobieren sind wir schließlich bei der Naturkosmetik-Sonnencreme von Dado Sens mit LSF 30 gelandet, mit der wir sehr zufrieden sind. Obwohl wir großteils vegan leben haben wir uns hier zu einem Kompromiss entschieden und nehmen das enthaltene Bienenwachs in Kauf, da wir bis jetzt keine vernünftige Alternative finden konnten. Für vegane Bio-Sonnencreme Tipps sind wir sehr dankbar!

Trinkwasser
Hier gehen die Meinungen auseinander. Die einen raten davon ab, Leitungswasser zu trinken, die anderen sagen, dass es kein Problem ist. Wir lesen immer im Reiseführer nach und fragen vor Ort auch nochmal nach. 

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Unbedingt vor Ort nachfragen, ob das Leitungswasser trinkbar ist!

Essen gehen und Selbstversorgung
Wir haben großteils selbst gekocht. Versorgen kann man sich ganz leicht in den gut sortierten Supermärkten in größeren Orten. Ein paar Mal sind wir auch Essen gegangen. Die Qualität des Essens ist gut, daher gab’s auch keinerlei Probleme mit dem Magen. 

Hier geht’s zu den Artikeln über

Du hast noch Fragen zur Namibia-Reise? Wir helfen dir gerne weiter, schreib‘ bitte einfach ein Kommentar!

About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

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