Fotofilter – Wir machen dir den Einstieg leicht und sagen dir:

  • Welche Arten von Filtern es gibt?
  • Wofür du Filter überhaupt brauchst?
  • Welche Filter sinnvoll sind?
  • Welche Fotofilter Anbieter wir empfehlen können?

Bei unserem Einstieg in die Fotografie stolperten wir schnell über das Thema Fotofilter. Uns wurde beim Kauf unserer ersten digitalen Kamera gleich ein UV Filter – unnötigerweise – dazu verkauft und wir wußten nichts damit anzufangen. Wenn du in die Filterfotografie einsteigen möchtest ist es gut, wenn du deine Kamera schon manuell einstellen kannst.

Arten von Fotofiltern im Überblick

UV-Filter

Ein UV-Filter war der erste Filter, der uns zu unserem ersten Objektiv dazu verkauft wurde. Dieser Filter soll etwaige Verfärbungen (UV = Ultra Violett) aus deinen Aufnahmen filtern. Da die Linsen in Objektiven schon lange sehr hochwertig hergestellt werden, kannst du getrost auf einen UV-Filter verzichten. Jede zusätzliche Schicht an Glas, die du vorne an die Linse schraubst, kann die Qualität deiner Aufnahmen verringern.
Ein weiteres Argument, dass oft beim Verkauf eines UV-Filters genannt wird, ist der zusätzliche Schutz der Linse. Wenn die Kamera runterfällt, etc. dann hält der UV-Filter die Schäden von der Hauptlinse ab. Wir kommen schon jahrelang ohne diesen Fotofilter aus und bereuen es nicht.

Polarisationsfilter (Pol-Filter)

PolarisationsfilterEin toller Filter und besonders für Landschaftsfotografen hilfreich Was macht so ein Pol-Filter? Damit kannst du reflektierende Objekte verschwinden lassen oder hervorheben.

Wo kommt so ein Pol-Filter zum Einsatz?

  • Landschaftsfotografie – wenn du Landschaften fotografierst, dann hast du speziell um die Mittagszeit oft diesiges Licht. Es befinden sich viele Partikel in der Luft, die die Sonne reflektieren. Wenn du dann einen Pol-Filter hast, kannst du einen Teil dieser hellen Reflexionen verschwinden lassen. Die Farben wirken viel satter und der Himmel wird blauer.
  • Wasseroberflächen – fotografierst du einen Wasserfall oder das Meer, dann kannst du durch drehen am Pol-Filter, Spiegelungen verschwinden lassen und Details (wie z.B. Steine im Wasser) zeigen, die sonst nicht zu sehen sind.
  • Produktfotografie – auch hier kommt ein Polarisationsfilter zum Einsatz. Er wird entweder verwendet, um Spiegelungen verschwinden zu lassen oder diese noch mehr hervorzuheben.

Tipp: Wenn du zum ersten Mal einen Polfilter verwendest, dann übe etwas damit. Man kann den Effekt auch übertreiben, was dazu führt, dass deine Fotos unnatürlich aussehen.

In folgendem Video kannst du speziell in den Wolken sehen, wie sich der Polfilter auswirkt:

Welche Arten von Pol-Filtern gibt es?

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Linearen Polarisationsfiltern
  • Zirkularen Polarisationsfiltern

Die in der Fotografie aktuell häufiger verwendeten sind zirkulare Polarisationsfilter. Wenn dich die technischen Unterschiede interessieren, dann findest du Details auf Wikipedia. Die Meinungen welcher Polfilter-Typ besser geeignet ist, gehen hier etwas auseinander. Wir haben zwei zirkulare Polarisationsfilter im Einsatz und sind damit zufrieden.

Verlaufsfilter

Grau VerlaufsfilterDie gängigsten Verlaufsfilter sind so genannte Grauverlaufsfilter. Diese Art von Foto-Filter wird dazu verwendet, um Bereiche die sehr hell sind abzudunkeln. Wahrscheinlich hast du schon mal bei schönem Wetter eine Landschaft mit wolkigem Himmel fotografiert. Dann sind die Wolken meistens um etliches heller als die Landschaft darunter. Damit du keine Details in den Wolken verlierst hast du zwei Möglichkeiten.

  • Möglichkeit 1 = Unterbelichten & Bild bearbeiten – Du stellst die Kamera so ein, dass die Wolken richtig belichtet sind und nicht ausreissen. „Ausreissen“ bedeutet, das Teile des Bildes überbelichtet sind und du dort keine Details mehr siehst. Mehr dazu und wie du mit dem Histogramm richtig belichtest kannst du in diesem Beitrag nachlesen. Wenn die Wolken korrekt belichtet sind, dann ist die Landschaft normalerweise unterbelichtet (= zu dunkel). Damit das Foto gut aussieht, hellst du es dann in einem Bildbearbeitungsprogramme (wir arbeiten mit Lightroom) soweit auf, dass die Landschaft von der Helligkeit her passt. Um die dadurch zu hellen Wolken wieder richtig zu belichten, wendest du den Verlaufsfilter in Lightroom an.
  • Möglichkeit 2 = Verlaufsfilter bei der Aufnahme verwenden – Damit kannst du die Wolken abdunkeln. Landschaft und Wolken werden bei gleicher Belichtungszeit „richtig“ belichtet und du sparst dir diese Bearbeitung im Nachhinein am Computer.

Das Besondere beim Grauverlaufsfilter ist, dass er ganz oben am dunkelsten ist und dann bis zur Mitte hin immer heller wird. Das hat den Vorteil, dass es beim Übergang von z.B. Wolken auf Bäume keine harte Kante gibt, die man dann im Foto sehen würde.

Graufilter

Auch unter dem Namen ND (neutral density) Filter bekannt. Im Endeffekt ist das eine Scheibe graues Glas. Den Effekt kannst du dir ähnlich wie bei einer Sonnenbrille vorstellen. Er nimmt Licht weg. Warum solltest du weniger Licht haben wollen? Das ist zum Beispiel dann gut, wenn du bei Sonnenschein eine Langzeitbelichtung machen willst.  Das Foto unten mit dem verwischten Wasser um die Steine, wurde bei Tageslicht gemacht. Ohne Graufilter hätte ich nie so lange belichten können, um die Wischeffekte im Wasser und den Wolken zu bekommen.

Langzeitbelichtung

30 Sekunden Belichtung, bei f/8 und ISO 100, aufgenommen mit ND1000 Graufilter, Grauverlaufsfilter &  Polfilter

Graufilter gibt es in unterschiedlichen Helligkeitsvarianten, z. B. ND8 – NDXY. Je größer die Zahl, desto „dunkler“ der Graufilter, desto längere Belichtungszeiten sind möglich. Wir verwenden für Langzeitbelichtungen untertags einen Graufilter mit dem Wert ND1000.

Graufilter

So sieht ein Graufilter aus. Dieser hier ist sehr dunkel, fast schon schwarz.

Kunst- und Farbfilter

Solche Filter geben Bildern z. B. einen speziellen Farbton, andere zeichnen das Bild weich oder machen Sternchenformen, etc. Wir selbst verzichten derzeit auf den Einsatz solcher Filter. Falls du einen solchen Filter im Einsatz hast, dann hinterlass uns doch einen Kommentar, wozu du ihn nutzt.

Welche Formen von Fotofiltern gibt es?

Verlaufsfilter, Graufilter, Kunstfilter gibt es normalerweise als:

  • Rundfilter/ Schraubfilter
  • Rechtecksfilter/ Steckfilter

Polfilter gibt es normalerweise nur als Rundfilter.

Rundfilter

Foto Filter Typ RundfilterWie der Name schon sagt, haben diese Filter eine runde Form. Welcher Filter zu deiner Ausrüstung passt, kommt auf den Durchmesser deiner Objektive an. Hast du eine Linse mit 67mm Durchmesser, brauchst du einen Rundfilter mit 67mm. Es gibt auch Rundfilter die auf einen Filterhalter montiert werden können. Dann muß der Durchmesser mindestens so groß wie der deines größten Objektivs sein, damit du den Filter für all deine Linsen verwenden kannst.

Vorteile von Rundfiltern: 

  • Schnell montiert
  • Einfache Handhabung
  • Für´s Freihand Fotografieren geeignet

Nachteile von Rundfiltern:

  • Für jedes Objektiv mit unterschiedlichem Durchmesser brauchst du einen eigenen Rundfilter
  • Die Kombination mit anderen Filtern ist nicht bei allen möglich

Rechteckfilter

Foto Filter - Rechteckfilter

Die Form ist rechteckig oder quadratisch und du benötigst eine extra Filterhalterung, um diese Filter zu verwenden.

Vorteile von Rechteckfiltern

  • Einsatz eines Filters auf mehreren Objektiven möglich
  • Mehrere Filter kombinierbar (z. B.: Verlaufsfilter, Polarisationsfilter & Graufilter)

Nachteile von Rechteckfiltern

  • Handhabung deutlich aufwendiger
  • Zusätzliche Filterhalterung notwendig
  • Oft braucht man ein Stativ
Foto Filter - Filterhalterung

Fotohalterung, um einen Rechteckfilter verwenden zu können

Welche Fotofilter Anbieter können wir empfehlen?

Da wir gelernt haben, dass man wenn man billig kauft meistens doppelt kauft, entscheiden wir uns meistens gleich dazu etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Wir haben aktuell zwei Systeme unterschiedlicher Anbieter im Einsatz.

Unser erstes gekauftes Fotofilter Set ist von Lee Filters und besteht aus:

Kosten: ca. EUR 700

Der Nachteil bei diesem Set ist, dass man sich jeden Adapterring für unterschiedliche Objektivdurchmesser extra kaufen muss. Die Filter sind aus Glas und sehr hochwertig.

Unser zweites & derzeitiges Lieblingsfilterset ist von Rollei und besteht aus:

Kosten: ca. EUR 330

Die Fotofilter sind ebenfalls aus Glas und wir mögen es lieber, weil die Handhabung einfacher ist als beim Leefilter Set. Toll finden wir die unterschiedlichen Adapterring-Größen, die im Starterkit enthalten sind. Somit kommen die Filter derzeit sowohl auf unser Nikon als auch auf der Fuji zum Einsatz. Letzter Punkt der für Rollei spricht ist der Preis. Die Geldbörse wird hier deutlich mehr geschont als bei Lee Filters.

Fotofilter Fazit:

Hier nochmal eine kleine Zusammenfassung, die dir beim Kauf deiner Filter helfen soll:

  • Reckteckfilter: Passen mit einem Adapterring auf jedes Objektiv. Solltest du später mal ein neues Objektiv oder Kamera haben, dann kannst du sie weiter verwenden.
  • Polfilter: Entspiegelt Flächen & und macht bei diesigen Tagen schönere Farben.
  • Verlaufsfilter: Dunkelt dir Wolken und Co. ab, damit sie bei Langzeitbelichtungen nicht zu hell sind.
  • Graufilter: Verhilft dir zu längeren Belichtungszeiten = verwischte Bewegung oder Nebeleffekte.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und dich für das Thema Fotofilter interessierst, dann lies dir doch unseren Artikel über das Buch Filterfotografie durch.

Buch FilterfotografieWie du in einigen Situationen ganz ohne Filter Langzeitbelichtungen machen kannst, verraten wir übrigens in unserem Artikel Langzeitbelichtung ohne Filter

About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

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