Mohnblüte fotografieren: 5 schnelle Tipps

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Bei uns im Waldviertel, im Norden von Niederösterreich, haben wir das Glück Mohnfelder vor der Haustüre zu haben. Die Mohnblüte bietet viele großartige Foto-Motive. Wir verraten dir, worauf du achten solltest, um den Mohn richtig cool in Szene zu setzen. Ein wichtiger Teil davon ist schon die Planung des richtigen Zeitpunkts vorab! (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Wann findet die Mohnblüte im Waldviertel statt?

Normalerweise blüht der Waldviertler Graumohn im Juli. Bevor du einen Foto-Ausflug ins Waldviertel machst, raten wir dir, den Stand der Mohnblüte auf der Webseite des Mohnwirts oder bei der Mohncam auf der Waldland Seite vorher nachzuschauen. Beim Mohnwirt kannst du nach dem Fotoshooting gleich auch ein paar Mohnspezialitäten verkosten.

Im östlichen Waldviertel rund um Horn ist die Mohnblüte immer einige Tage früher dran, als in Zwettl und Armschlag. Im Mohndorf Armschlag hast du aber den Vorteil, dass der Mohn zeitlich versetzt ausgesät wird, sodaß es bis zu drei Wochen lang blühenden Mohn zu bestaunen gibt.

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Eine völlig andere Perspektive mit einem Fisheye-Objektiv

Was ist die beste Tageszeit, um die Mohnblüte zu fotografieren?

In der Früh: 
Die Mohnblüten öffnen sich um 7 Uhr. Eine tolle Zeit zum Fotografieren! Das Licht um die Zeit ist noch weich und es sind noch nicht so viele „Mohn-Touristen“ unterwegs. Das seitlich einfallende Licht modelliert die Mohnblumen und läßt sie plastisch wirken.

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Eine Totale mit Baum als Blickfang

Mittags und früher Nachmittag:
Um die Mittagszeit hat man sehr hartes Licht, dass senkrecht auf den Mohn fällt. Die Farben wirken in diesem Licht blaß und man hat sehr harte Schatten. Daher würden wir diese Zeit nicht empfehlen. Je später der Nachmittag, desto schöner wird das Licht wieder.

Abends:
Derzeit geht die Sonne in Zwettl und Umgebung gegen 21 Uhr unter. Rund eine Stunde vor Sonnenuntergang findet die sogenannte „Goldene Stunde“ statt. Zu diesem Zeitpunkt hat man wunderschönes warmes und weiches Licht.

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Zur goldenen Stunde fotografiert

Die tiefstehende Sonne taucht alles in warme, rötliche Farbtöne. Das stark schräg einfallende Licht verleiht deinen Motiven Struktur und Tiefe.

Die Zeit am Abend eignet sich auch perfekt für Gegenlichtaufnahmen. So kann man z.B. die feinen Härchen am Stiel der Mohnblumen sehr gut hervorheben.

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Durch das Gegenlicht kommen die feinen Härchen super raus

Um zu vermeiden, dass die hellen Bereiche am Foto überbelichtet sind, kannst du einfach die Sonne aus dem Bild rauslassen und falls notwendig, auch den Himmel vermeiden. Vergiß nicht, die Lichterwarnung auf deiner Kamera einzuschalten und das Histogramm zu prüfenun, wenn du gegen das Licht fotografierst! Wie du deine Fotos mit Hilfe deines Histogramms richtig belichtest, kannst du hier nachlesen.

Welches Objektiv eignet sich, um die Mohnblüte zu fotografieren?

Wenn du Details und Nahaufnahmen machen möchtest, ist ein Makro-Objektiv optimal. So ein Spezial-Objektiv macht ein tolles Bokeh. Das bedeutet, dass der Hintergrund schön regelmäßig unscharf ist und sich das Hauptmotiv sehr gut abhebt. Wir verwenden dafür immer unser Tamron 90 mm Makro.*

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Mohn-Details mal in Lila statt Rot

Natürlich kannst du auch ohne Makro-Objektiv schöne Nahaufnahmen vom Mohn machen. Du nimmst ein möglichst lichtstarkes Objektiv (das heißt, dass es mit einer niedrigen Blendenzahl beginnt, z.B. f/2,8) und gehst nah an die Blüte ran. So wird der Hintergrund auch relativ unscharf, wenn du genug Abstand zwischen der Blume und dem Hintergrund hast.

Falls du nicht mehr auslösen kannst oder deine Kamera dann keine scharfen Fotos mehr macht, bist du zu nah dran. Das heißt, du hast den Mindestabstand deines Objektivs zu deinem Motiv überschritten und mußt mehr Abstand lassen.

Für Fotos von den Mohnfeldern eignet sich am besten ein Zoom-Objektiv mit Weitwinkel bis zum leichten Tele. Wir verwenden da gerne unser Nikkor 24-70 mm,* da es lichtstark ist und superscharfe Bilder liefert.

Brauche ich ein Stativ, um die Mohnblüte zu fotografieren?

Um scharfe Mohnfotos zu machen, ist es mal ganz wichtig, dass es möglichst windstill ist. Selbst wenn nur ein leichter Windhauch geht, bewegen sich die zarten Blütenblätter und die Fotos sind schnell verwackelt.

Wenn du ein Stativ hast, würden wir dir definitiv raten, es hier einzusetzen. Einerseits achtest du dann beim Fotografieren mit dem Stativ mehr auf die Bildkomposition. Andererseits werden die Fotos auch schärfer, weil die Verwacklungsgefahr durch die Hand wegfällt. Welche Vor- und Nachteile ein Stativ hat, erfährst du in diesem Artikel.

Beim Fotografieren am Stativ ist wichtig, dass du den Verwacklungsschutz am Objektiv ausschaltest! Bei Nikon ist der z. B. mit VR bezeichnet. Wenn du eine Spiegelvorauslösung bei deiner Kamera hast, schalte sie ein, genauso wie den Selbstauslöser und dann kannst du loslegen!

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Unterschiedliche Formate bringen Abwechslung

Falls du kein Stativ hast, müsstest du die Fotos kürzer belichten, um sie nicht zu verwackeln. Dafür brauchst du dann aber höhere ISO und büßt bei der Bildqualität ein.

Wie setze ich die Mohnblüte am besten in Szene?

Neben den vielen spannenden Details der Mohnblüte, von der geschlossenen Blüte bis zur Kapsel, findest du im Waldviertel auch viele unterschiedliche Farben beim Mohn.

Die meisten Motive wirken interessanter, wenn sie nicht genau in die Mitte gesetzt werden. Eine Ausnahme bildet hier das Quadratformat: Eine mittig gesetzte einzelne Mohnblüte wäre dafür perfekt! Wir haben beim Komponieren unserer Aufnahmen gerne den goldenen Schnitt im Kopf.

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Nütze die Farbkontraste zwischen dem roten Mohn und dem blauen Himmel oder dem Grün der Blätter. Toll wirkt auch versprengter Mohn in einem Getreidefeld.

Verändere deine Perspektive: Geh’ auch mal in die Knie, um den Mohn z.B. gegen den Himmel freizustellen oder fotografiere von oben in eine offene Blüte, dann mal von der Seite eine halbgeöffnete Blüte.

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Gegen den dunklen Wald hebt sich die Blüte besser ab

Zeige unterschiedliche Seiten: Versuch‘ mal Totale, Halbtotale und Detail Fotos zu machen. Diese Begriffe kommen eigentlich vom Film, lassen sich aber genauso in der Fotografie umsetzen. Dann kannst du sicher sein, dass du die Mohnblüte auf verschiedenste Weise abgebildet hast.

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Abendliches Gegenlicht in der Halbtotale

Wenn du ein Mohnfeld aufnehmen willst, kannst du das Foto interessanter machen, indem du die Symmetrie der Linien der Pflanzreihen nützt und die z.B. diagonal durch das Bild laufen läßt.

Noch mehr Tipps, wie du schöne Makrofotos machst, findest du in diesem Beitrag: Sofort tolle Natur Nahaufnahmen machen.

Achtung: Das intensive Rot des wilden Mohns macht leicht Probleme in der Bilddarstellung. Um das zu vermeiden, solltest du die Fotos nicht zu hell belichten und optimalerweise in RAW und nicht in jpeg fotografieren. In der Bildbearbeitung kann du das meist besser steuern, als die Kamera das selbst schafft.

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Hier macht das Rot Probleme bei der Abbildung

Wo kann ich die Mohnblüte gut fotografieren?

Hier eine kleine Karte, wo du schöne Mohnfelder findest. Der Mohn blüht nicht überall zur gleichen Zeit, deshalb informiere dich vorab. Es kann auch sein, dass die einen Felder schon verblüht sind und die anderen gerade erst anfangen zu blühen.

In unserem Beitrag vom blühenden Mohn findest du noch mehr Foto-Inspirationen.

Hast du noch Fragen zur Mohnblüten-Fotografie? Schreib uns einfach einen Kommentar!

Mohnblüte in Niederösterreich

About Author

Karin Haffert

Ist die mit dem strengen Auge für die Bildkomposition…und so richtig schön kann man komponieren, wenn das Motiv stillhält. Deswegen mag Karin Stillleben so gerne, Landschaften, Makroaufnahmen und langsame Tiere ;-)

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