Sonnenuntergang fotografieren leicht gemacht!

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Wie oft habe ich mich früher darüber geärgert, dass der wunderschöne Sonnenuntergang auf meinen Fotos total blaß und unspektakulär ausschaut! Ist dir das auch schon passiert? Ab sofort hast du das mit einem kleinen Trick im Griff!

Das richtige Wetter für Sonnenuntergangs-Fotos

Sonnenuntergänge (und Aufgänge!) sind besonders farbenfroh nach einem Sturm, Gewitter oder, wenn es staubig ist. Die Farben hängen von Schwebeteilchen in der Luft ab, wie Staub- und Dunstpartikel. Sie streuen das Licht und je nach Wellenlänge entstehen unterschiedliche Farben. 

Daher kommen die legendären orange-gelben Sonnenuntergänge in Afrika! Auch am Meer hat man durch die hohe Luftfeuchtigkeit oft großartige Farbspiele!

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Schwebeteilchen in der Luft sorgen für schöne Farben!

Wenn du dich in das Thema Lichtstreuung und die Auswirkung auf die Himmelsfarben mehr einlesen willst, kann ich dir diesen ausführlichen Artikel empfehlen.

Sehr gut für spektakuläre Sonnenuntergänge ist auch ein bedeckter Himmel mit Wolken, die nicht zu hoch stehen. Wenn dann die Sonne am Horizont versinkt, werden die Wolken von unten angestrahlt und beleuchtet. 

Wie die Farben richtig intensiv werden

Für kräftige, satte Farben beim Sonnenuntergang heißt das Zauberwort: Unterbelichten! 

Unten siehst du 2 Fotos, die zur selben Zeit aufgenommen wurden. Einmal normal belichtet und 1x unterbelichtet. 

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Mit normaler Belichtung schaut ein Sonnenuntergang fad und blaß aus

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Unterbelichtet kommen die Farben beim Sonnenuntergang richtig gut raus!

Darauf kannst du nur Einfluß nehmen, wenn du manuell fotografierst! Wähle einfach eine kürzere Belichtungszeit, sodaß deine Lichtwaage ein bißchen ins Minus geht. Die Lichtwaage siehst du, wenn du durch den Sucher deiner Kamera schaust. Bei manchen Kameras siehst du sie auch zusätzlich am Display. Sie zeigt deine Belichtungseinstellung an. Die Lichtwaage ist einfach eine Skala mit einem 0-Punkt in der Mitte und geht auf der einen Seite ins Plus (heller) und auf der anderen Seite ins Minus (dunkler). Auf welcher Seite was ist, ist unterschiedlich. 

Hier wurde ganz leicht unterbelichtet

Wenn du bewußt unterbelichtest paß aber auf, dass die schwarzen Töne nicht absaufen! Das heißt, dass beim Histogramm links nichts anstehen sollte, damit du noch Zeichnung in den dunklen Farben wie Braun oder Schwarz hast.

Hier siehst du das Histogramm vom unterbelichteten Sonnenuntergang oberhalb:

Die dunklen Töne stehen links noch nicht am Rand an

Planung und Ausrüstung für das Shooting

Zuerst einmal mußt du wissen, wo die Sonne überhaupt untergeht. In der nördlichen Hemisphäre geht sie im Süden auf und im Westen unter. Wenn du gerne Apps nutzt, dann kannst du dir eine herunterladen, wo du den Sonnenstand an einem bestimmten Ort voraussehen kannst. 

Der eigentliche Sonnenuntergang geht oft recht schnell. Deshalb ist es am Besten, wenn du schon früher vor Ort bist und dich umschaust. In der goldenen Stunde – der Stunde vor Sonnenuntergang – hast du wunderschönes, warmes Seitenlicht und kannst die Zeit auch noch für andere tolle Fotos nutzen. 

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Hier steht die Sonne nicht im Mittelpunkt, die Stimmung ist trotzdem toll!

Bedenke, dass die Sonne früher untergehen kann, wenn die Sicht von deinem Standpunkt aus z.B. von einem Berg versperrt wird!

Von der Ausrüstung her brauchst du nichts Besonderes. Hilfreich ist allerdings auch hier wieder ein Stativ. Denn du kannst dir in Ruhe den perfekten Standpunkt suchen und den Ausschnitt stressfrei vorab einstellen. Danach brauchst du nur auf den richtigen Zeitpunkt warten und die Belichtungszeit notfalls noch anpassen.

Außerdem kannst du am Stativ mit niedrigen ISO fotografieren, damit du eine hohe Bildqualität bekommst. Warum du mit Stativ schönere Fotos machst und worauf du beim Kauf achten mußt, erfährst du hier.

Den Sonnenuntergang in Szene setzen

Nimm‘ dir Zeit und suche dir rechtzeitig den besten Standort! Probiere verschiedene Blickwinkel aus. 

Frag‘ dich, was dein Blickpunkt am Foto sein soll und, ob dein Hauptmotiv interessant genug ist! Oft ist die Komposition interessanter, wenn du dein Motiv aus der Mitte rückst.

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Finde mehrere Motive vom selben Standpunkt aus!

Tolle Farben sind oft nicht genug für ein schönes Foto, man braucht auch einen Blickfang. Ein wolkenloser Himmel ist meistens recht fad. Wenn keine Wolken da sind, mußt du dir ein spannendes Motiv im Vordergrund suchen.

Eine Möglichkeit sind z.B. Silhouetten. Hier darf das Schwarz ausnahmsweise beim Histogramm absaufen, denn da brauchst du keine Zeichnung. 

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Silhouetten eignen sich perfekt als Sonnenuntergangs-Motive!

Warum du nach dem Sonnenuntergang nicht heimgehen solltest!

Nach Sonnenuntergang ändern sich die Farben nochmal und werden zuerst Rot und gehen dann in Violett und Blau über. Die Stunde nach Sonnenuntergang ist auch als blaue Stunde bekannt und bietet ebenfalls spannende Farbspiele. 

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Nach Sonnenuntergang kommt eine ganz neue spannende Farbpalette!

Wie hat dir der Artikel gefallen? Hast du ein paar Tipps mitnehmen können? Wir freuen uns auf Feedback von dir und beantworten gerne deine Fragen! 🙂

About Author

Karin Haffert

Ist die mit dem strengen Auge für die Bildkomposition…und so richtig schön kann man komponieren, wenn das Motiv stillhält. Deswegen mag Karin Stillleben so gerne, Landschaften, Makroaufnahmen und langsame Tiere ;-)

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