ISO einstellen: Die richtige Wahl für tolle Fotos!

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Du willst wissen, was so toll daran ist, wenn du den ISO Wert selbst auswählst?
Ganz einfach! Einerseits kannst du damit die Belichtung nach deinen Wünschen einstellen. Andererseits entscheidest du dadurch die Bildqualität deiner Fotos.

ISO Werte verstehen

Der Begriff stammt eigentlich aus der analogen Fotografie. Die ISO Zahl gibt an, wie lichtempfindlich ein Film ist. Das bedeutet: je empfindlicher ein Film auf Licht reagiert, desto weniger Licht brauchst du bei der Aufnahme deines Motivs.

In der digitalen Fotografie übernimmt der Sensor die Funktion von ISO und Film. 

Wenn du die ISO-Zahl verdoppelst, also z.B. von 400 auf 800, verdoppelt sich auch die Helligkeit deines Fotos. Das funktioniert bei digitalen Kameras durch einen elektronischen Verstärker des Sensors. Oft kann man bei der Kamera auch Drittel- und halbe Stufen einstellen. 

Bei den meisten Kameras ist der niedrigste wählbare ISO-Wert 100 oder 200, manche fangen sogar schon bei 50 an. Wie hoch du die ISO raufdrehen kannst, hängt von deinem Fotoapparat ab.

Tipp: Oft gibt es auch noch Lo und Hi Einstellungen bei den ISO. Die solltest du besser nicht verwenden, da die Qualität nicht so gut ist.

Fotonomaden Beispielfoto Adler 8000 ISO

Um 5 Uhr Früh war es sehr dunkel, hier waren 8000 ISO notwendig trotz f/5,6

ISO richtig einstellen 

Je nach Lichtsituation entscheidest du, was du einstellst. Hier ein paar Richtlinien:

  • Untertags bei Sonnenlicht oder viel Licht -> eine möglichst niedrige Zahl, z.B. 100
  • Bei bewölktem Himmel, Spätnachmittag, Abend und in Innenräumen -> mittlere Werte, etwa 400-800
  • Nachts oder Ereignisse, wo man nicht blitzen darf -> hohe Werte, ab 800 aufwärts
Fotonomaden Bildbeispiel 200 ISO Kernbeisser

Gegen 18 Uhr bei Sonnenschein und f/2,8 reichten 200 ISO für dieses Foto

Weitere Faktoren, um die Belichtung eines Fotos zu beeinflussen sind Blende und Belichtungszeit, die wir ein anderes Mal genauer unter die Lupe nehmen. Wieviel ISO du benötigst hängt auch von der Qualität deiner Kamera ab, daher sind die Zahlen hier wirklich nur ungefähre Richtwerte. 

Achtung: Qualitätsverlust bei hohen ISO!

Damit du eine möglichst gute Qualität bei deinen Fotos erzielst, solltest du bei der Einstellung der ISO immer nach folgender Devise vorgehen: 

ISO: So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich! 

Warum? Weil bei höheren ISO-Zahlen ein Bildrauschen sichtbar wird. Kannst du dich noch an alte Schwarz-Weiß-Fotos erinnern, die manchmal so körnig ausgesehen haben? Einen ähnlichen Effekt hat man bei der digitalen Fotografie bei sehr hohen ISO-Werten. Plötzlich treten störende Pixel im Bild auf, die von der Farbe und Helligkeit des eigentlichen Fotos abweichen. 

Fotonomaden Vergroesserung Bildrauschen 8000 ISO

In 100-facher Vergrößerung sieht man das Bildrauschen bei 8000 ISO sehr deutlich

Tipp: Fotografiere im RAW-Format! Vergiß aber nicht, dass RAW-Dateien wie Negative sind. Das heißt, du mußt diese Fotos unbedingt bearbeiten 🙂

Du kannst deine Fotos dann aber z.B. im Adobe Lightroom Programm wesentlich besser „entrauschen“ als bei jpegs! In Lightroom machst du das im Entwickeln Modul im Punkt Details mit den Reglern für die Rauschreduzierung.

Fotonomaden Beispiel Bildrauschen

Im Vergleich das entrauschte Bild in 100% Vergrößerung

Das Originalfoto vom Adler findest du am Anfang des Beitrags. Bei der Bildgröße fällt das Rauschen kaum auf, oder?

 Tipp: Trotzdem raten wir dir davon ab, Bilder mit sehr hoher ISO groß ausarbeiten zu lassen, z.B. um es auf die Wand zu hängen. Da würdest du die schlechtere Bildqualität noch sehen und hättest nicht viel Freude damit. 

Bei unserer Nikon D800 Kamera können wir bis 1.600 ISO ohne Qualitätseinbußen fotografieren. Selbst bis zu 6.400 hält sich das Bildrauschen noch in Grenzen. 

Rauschfrei bei 200 ISO in der 100% Vergrößerung des obigen Fotos

Die Tierfotos stammen übrigens von unserer Polenreise im April 2017. Schau‘ doch mal bei uns auf Instagram vorbei, da findest du noch mehr Bilder davon 🙂 

Teste das Bildrauschen deiner Kamera

Wo für dich die Schmerzgrenze für’s Bildrauschen deiner Kamera ist, kannst du selbst ausprobieren!

Das machst du so:

  • Schau‘ nach, was der niedrigste und höchste ISO-Wert deiner Kamera ist. Wie du die ISO verstellst, kannst du in deinem Kamera-Handbuch nachschauen. 
  • Nimm ein  Motiv mit 3 unterschiedlichen Werten auf: 1x mit den niedrigsten ISO, 1x mit dem Mittelwert und 1x mit der höchsten Zahl, die du einstellen kannst.
  • Verwende dafür ein Stativ, wenn du eines hast, damit der Bildausschnitt immer genau gleich ist.
  • Achte darauf, dass die Fotos möglichst gleich hell sind. Das heißt, du mußt die Belichtungszeit anpassen
  • Importiere deine Fotos in Lightroom und schau‘ sie dir in der 100% Vergrößerung an. 
  • Ist der mittlere Wert für dich noch ok? Dann merk‘ in dir für die Zukunft als maximale Einstellung.
  • Dir rauscht das Bild beim mittleren Wert noch zu viel? Dann nimm noch mehr Bilder auf und reduziere jedes Mal die ISO um eine Stufe. Starte mit der Zahl unter dem mittleren Wert von vorher. 

Hier ist unser Test-Beispiel mit den jeweiligen Kamera-Einstellungen. Zum Vergrößern einfach draufklicken: 

 

Den Unterschied beim Bildrauschen erkennt man erst in der 100-fachen Vergrößerung:

fotonomaden-test-bildrauschen-100iso

Rauschverhalten bei 100 ISO

fotonomaden-test-bildrauschen-3200iso

Rauschverhalten bei 3200 ISO

fotonomaden-test-bildrauschen-6400iso

Rauschverhalten bei 6400 ISO

So, das war jetzt eine ganze Menge Info. Ist alles klar? Hast du noch Fragen rund um das Thema ISO? Hat dir der Artikel weitergeholfen? Wir freuen uns über ein Kommentar von dir! 🙂 

Falls dir das alles momentan noch ein bißchen zu komplex ist, dann komm‘ doch zu einem unserer Foto-Workshops, wo du im Handumdrehen an einem Wochenende manuell Fotografieren lernst!

About Author

Karin Haffert

Ist die mit dem strengen Auge für die Bildkomposition…und so richtig schön kann man komponieren, wenn das Motiv stillhält. Deswegen mag Karin Stillleben so gerne, Landschaften, Makroaufnahmen und langsame Tiere ;-)

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