Charakter-Portrait & Sportaction Fotograf Eric Krügl

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Wir freuen uns wirklich riesig, Euch heute hier Eric Krügl vorstellen zu dürfen. Eric hat nicht nur uns mit seinen grandiosen Sportaufnahmen des österreichischen Schwimmteams beeindruckt, sondern damit heuer auch in der Kategorie Presse (Sport), Reportage den 1. Platz beim vierten Traumseher Award völlig verdient gewonnen. (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Wer  die anderen Einreichungen bzw. 1. und 2. Plätze gesehen hat, der weiß, dass hier auf höchstem Niveau fotografiert wird. Wir selbst durften Eric Krügl im Team beim Blitz Workshop – Small Strobes – Big Results mit David Tejada kennenlernen. Aber jetzt ab zum Interview mit Eric Krügl.

Eric Krügl im Interview

Name: Eric Krügl
Fotografiert seit: beruflich seit 1994
Spezialisiert auf: Business- und Charakter-Portraits, Industrie- und Sportaction-Fotografie (Unterwasser Blitzfotografie), Workshops zu »Entfesselt Blitzen« mit seinem international renommierten Partner David Tejada (USA).
Erste Kamera: Nikon F90X
Arbeitet aktuell in: Von Linz aus, weltweit

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Im Grunde war Shirley MacLaine schuld, dass ich zur Fotografie kam. In den 1990er Jahren gab der Hollywood-Star ein Konzert im Linzer Brucknerhaus. Ich borgte mir von einem Freund eine Kameraausrüstung aus, um diesen Event, der von der BRAU UNION Österreich gesponsort wurde, für private Zwecke im Bild festzuhalten. Ich hatte das Glück des Moments und schoss ein ausdrucksstarkes Foto der Künstlerin, als sie von der Bühne ins Publikum stieg. Dieses wurde vom Sponsor dann hundertfach an Kunden versandt. Von dem erzielten Umsatz des Fotos kaufte ich mir dann meine erste Ausrüstung. Danach ging alles seinen Lauf. Seit 1994 arbeite ich selbständig als Fotograf. Aufträge bei den unterschiedlichsten Events in Österreich halfen mir in den ersten Jahren viele Erfahrungen zu sammeln, mich weiterzuentwickeln und immer professioneller zu werden.

Hat sich dein Fotostil über die Jahre verändert und wenn ja, in welche Richtung?
Nach den ersten Jahren in der Event-Fotografie kam ich zu Baudokumentationen in die voestalpine und durfte über den Zeitraum von knapp 10 Jahren alle Anlagen und Großinvestitionen (Umbau des Hochofens, Kraftwerksneubeu u. dgl. m.) begleiten. Daraus entstanden sehr schöne Projekte, auch ein Zeitrafferfilm über den Zeitraum von 3 Jahren. Im Jahr 2009 hatte ich das Glück David Tejada, einen Pionier des »entfesselt Blitzens« kennen zu lernen. Seit diesem Zeitpunkt komme ich vom Thema entfesselt Blitzen und der dramatischen Lichtführung nicht mehr los. Dies führte mich von der Industriefotografie weg hin zur Portraitfotografie, bei der ich jetzt angelangt bin und auch in den nächsten Jahren bleiben werde.

Traumseher Siegerfoto von Eric KrüglEric Krügl, 1. Platz beim 4.Traumseher Award, Kategorie Presse (Sport), Reportage

Mit welcher Ausrüstung fotografierst du, was ist deine Lieblingskamera, was ist dein Lieblingsobjektiv und warum?
Ich begann mit Nikon und war dann für ca. 5 Jahre im Canon-Lager. Leider konnte ich mich nie mit dem Handling und der Menüführung von Canon hundertprozentig anfreunden. Mit dem Erscheinen der Nikon 3ds bin ich wieder zu Nikon rückgekehrt, was ich seither keinen Tag bereue. Neben der Ergonomie und der Menüstruktur ist das CLS (Creative Lighting System) einer der Gründe, warum ich wieder zu Nikon zurückgekehrt bin. Eine Lieblingskamera in dem Sinn gibt es nicht, da jeder Auftrag ein anderes Tool benötigt. Wenn ich im Event- und Actionbereich tätig bin, verlasse ich mich auf das Flagship: Die D4s. Bei dramatischen Charakterportraits, bei denen es auf Detailreichtum ankommt, greife ich zur D800. Sie gibt mir auch ausreichend Spielraum, wenn es ans Croppen geht. Im Urlaub oder auf Reisen verlasse ich mich auf die D7200.*
Hier meine Objektivauswahl passend zu den jeweiligen Bodies:
D4s: 24-70* und 70-200*
D800: 85er fix*
D7200: 35 fix*

Wie hast du es angestellt, deine ersten Fotoaufträge zu bekommen und was hast du getan, um auch weiterhin Aufträge zu bekommen?
Die ersten Aufträge sind mir zugefallen, danach war es harte Arbeit. Ehrgeiz, Genauigkeit, Flexibilität und Verlässlichkeit sind Garanten dafür, im Geschäft zu bleiben. Um seinen eigenen Weg zu gehen, sind meines Erachtens vor allem Neugier, Innovationsgeist und der Mut, eingeschlagene Wege auch wieder verlassen zu können, wichtig.

Welche einfachen Tipps kannst du geben, die einem Hobbyfotografen helfen, bessere Fotos zu machen?
Lerne deine Kamera kennen und reize sie soweit aus, bis du an deine Grenzen stößt. Erst wenn diese Grenzen erreicht sind, sollte die Entscheidung, eine neue Kamera anzuschaffen, getroffen werden. Auf alle Fälle sollte auf sämtliche Automatik- und Kreativprogramme verzichtet werden. Für mich gibt es nur den M-Mode, der steht für Manual – ich sage aber auch Master dazu :-). Nur im M-Mode ist gewährleistet, dass die Ergebnisse nachvollziehbar sind. Der Besuch von geeigneten Workshops kann die persönliche Lernkurve erheblich verkürzen.

Traumseher Award Gewinner Eric Krügl SiegerfotoEric Krügl, 1. Platz beim 4.Traumseher Award, Kategorie Presse (Sport), Reportage

Nicht jeder kann sich von Vornherein die teuerste Kamera und die beste Studioausrüstung leisten. Was reicht deiner Meinung nach für den Start und worin sollte man unbedingt investieren?
1) Ein gebrauchtes DSLR-Gehäuse, das 1–2 Generationen älter ist, als das aktuelle, kann man im Second-Hand-Bereich sehr günstig erwerben. Dazu empfehle ich 2 Fixbrennweiten im 1,8er Bereich – 35 mm und 85 mm. Canon sowie Nikon bieten hier sehr gute Objektive an. Warum sollte ich mir eine so alte Ausrüstung anschaffen? Vor 5 Jahren waren diese Geräte State-of-the-Art und vom Umfang der Features und der Qualität der Auflösung haben sie die ersten Digitalkameras, die die amerikanische Militäraufklärung über Jahre benutzt hatte, weit überflügelt.

Weiters empfehle ich ein günstiges Licht-Setup:
1 leichtes Lichtstativ* mit Schirmneiger*
1 Durchlichtschirm
1 Blitz
1 Funksender/-empfänger-Set

Mit diesem Set kann ich mindestens 80 % meiner professionellen Aufträge abwickeln. Man sieht, es braucht nicht viel, um seine Kreativität umzusetzen.

2) Ausbildung

Was kann man deiner Meinung nach tun, um seinen eigenen Stil entwickeln bzw. finden zu können?Zuallererst sollte man technisch sicher sein. Den eigenen Stil zu entwickeln, ist eine Frage von jahrelangem Arbeiten. Den eigenen Stil zu haben oder zu finden ist eine Frage, die ich mir auch schon öfter gestellt habe. Ehrlich gesagt, habe ich darauf noch keine Antwort gefunden. Ich weiß auch nicht, ob es notwendig ist, den eigenen Stil zu finden: Die Fotografie soll vor allem Spaß machen. Was heute richtig ist, kann morgen schon komplett falsch sein – so verhält es sich meiner Meinung nach auch mit dem eigenen Stil.

Website: www.kruegl.at
Workshop Termine, etc.: »Small Strobes – Big Results«: Entfesselt-Blitzen-Workshop gemeinsam mit David Tejada.

Von unserer Seite her gibt´s nur noch zu sagen, Danke lieber Eric für das spannende Interview, wir werden uns sicher wieder mal bei einem deiner genialen Workshops mit David Tejada sehen.

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About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

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