Tierfotografie im Nationalpark Bayerischer Wald

0

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, heißt ein schöner Spruch. Das trifft zwar nicht immer zu, aber doch hin und wieder. Echte Tierfotografie findet ja bekanntlich in der Natur statt und ist oft mit langem Verweilen an einem Ort verbunden.

Die echten Tierfotografen verschanzen sich schon frühmorgens im Tarnzelt oder Ansitz und warten dann geduldig Stunden oder Tage bis sich die Tiere zeigen und hoffen, somit einzigartige Momente im natürlichen Umfeld der Tiere einzufangen.

Tierfotografie im Bayersichen Wald

Wer nicht ganz so geduldig ist oder sich einfach nur für den Ernstfall vorbereiten möchte, dem können wir getrost den Nationalpark Bayerischen Wald empfehlen. In unserem Fall lag die Anreise bei knappen drei Stunden, was mit einem Zwischenstopp in Tschechien gut kombinierbar war.

Bären im Bayerischen Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist ein sehr großes Gebiet mit unterschiedlichen Tierfreigehegen und bietet dazu noch jede Menge Wandermöglichkeiten. Sehr viel Abwechslung an Tieren bietet das Gehege beim Nationalparkzentrum Lusen. Dort gibt es auch den Baumwipfelpfad, der auf einer spannenden Konstruktion aus Holz in Ei-Form gebaut wurde. Den Pfad haben wir uns aber wetterbedingt für den nächsten Besuch aufgehoben.

Auf unsere Fragen bezüglich wann die Tiere am aktivsten sind, bekamen wir  im Besucherzentrum „Hans-Eisenmann-Haus“ leider nur sehr vage Auskunft. Somit entschieden wir uns einfach frühmorgens und später am Nachmittag unser Glück zu versuchen.

Adler im Bayerischen Wald

Ausgangspunkt für unsere Tierfotografie-Streifzüge waren am Morgen meist der Parkplatz P7 (Rückseite des Tierfreigeländes) in Altschönau. Hier zahlt man eine günstige Tagespauschale von 2 EUR pro Tag.
Nachmittags so ab 16 Uhr parkten wir am Parkplatz P1 beim „Hautpeingang“. Dort zahlt man pro Stunde 1 EUR, maximal aber 5 EUR pro Tag, wobei ab ca. 17:30 der Ausfahrtsschranken hochgeht und man somit nichts zahlen muss.

Otterfoto Bayerischer Wald

Spannend bei der Tierfotografie sind die ständig wechselnden Bedingungen und überhaupt mal die Tiere zu finden. Oft sind sie sehr gut getarnt und verraten sich erst, wenn sie sich bewegen. Ausserdem dürfte es ein ungeschriebenes Gesetz sein, dass sie immer dann spannende Sachen machen, wenn man gerade nicht durch den Sucher schaut. Zusätzlich kämpft man oft auch damit den Fokuspunkt der Kamera dort hinzulegen, wo man ihn haben möchte, nämlich beim Auge des jeweiligen Tieres. In der Hitze des Gefechts schneidet man dann gerne Tierhinterteile oder Schwanzfedern an.

Auerhahn im bayerischen Wald

Hier unsere Tipps für erfolgreiche Tierfotos

  • Wenn sich ein Tier bewegt, sollte man unbedingt mit der Mehrfachaufnahme seiner Kamera arbeiten. Hier werden in kurzer Zeit mehrere Fotos gemacht und die Bewegung des Tieres eingefroren.
  • Scharf werden die Fotos nur dann, wenn man mit einer hohen Verschlusszeit arbeitet, 1/500 aufwärts.
  • Wer eine Vollformat Kamera à la Nikon D700 oder D800 hat und nicht über die entsprechende Brennweite verfügt (wir hatten ein Nikkor 70-300mm und ein Nikkor 70-200mm* plus 2-fach Konverter dabei), der kann durch die Umstellung der Sensorgröße von FX zu DX noch ein wenig Brennweite gewinnen. Im Sucher hat man dann ein kleines zusätzliches Rechteck, dass das Aufnahmefeld zeigt.
  • Wer bei dem Ganzen höchste Qualität in den Fotos erreichen möchte, der sollte unbedingt ein Stativ verwenden. Ist zwar ein wenig behäbiger, aber die Gefahr des Verwackelns wird somit deutlich gesenkt. Für solche Zwecke bietet sich auch ein Einbeinstativ an.

Wann sind die Tiere am Besten zu sehen?
Hier kann man leider wirklich keine genaue Aussage tätigen. Wir hatten am 1. Tag am späten Nachmittag sehr viel Glück und bekamen Wisent und Wolf gut vor die Linse. Am 2. Tag am Morgen gaben Kauz und Braunbären eine sehr gute Vorstellung. Am 3. Tag am Vormittag waren Otter und Wildschweine in Foto-Laune.

Wildschein im Bayerischen Wald

Grundsätzlich haben wir fast alle Tiere, ausser den Biber, gesehen. Einige davon sieht man leider nur aus der Entfernung, was den Besucher zwar freut, aber den Fotografen ein wenig zur Verzweiflung bringt.
Alles in Allem hat man aber sehr oft die Möglichkeit, die Tiere in Ihren Freigeländen zu fotografieren, ohne immer irgendwelche störenden Zäune drauf zu haben. Für uns daher eine sehr gute Möglichkeit für den Ernstfall in der freien Natur zu üben.

Für alle Selbstversorger, so wie wir, können wir folgende Unterkunft empfehlen:
Ferienhaus Hütter in Neuschönau

Du willst mehr zur Tierfotografie wissen? Hier findest du 10 Tierfotografie Tipps für Einsteiger.

*Dieser Artikel enthält Affiliate Links. Das bedeutet, dass du zwar keinen Cent mehr bezahlst, wir aber eine kleine Provision bekommen, wenn du über einen dieser Links etwas kaufst. Dadurch hilfst du uns, diesen Blog betreiben zu können. Herzlichen Dank, die Fotonomaden 🙂

About Author

Markus Haffert

Ist der mit dem Technik-Spezialwissen bei den Fotonomaden, egal, ob’s um ein neues Kameramodell, Lightroom oder Photoshop geht. Außerdem ist er der Profi für die quirligen Motive, von Menschen bis zu Moschusochsen :-)

Leave A Reply