Fotoreise in die Abruzzen

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Die Abruzzen kann man fast noch als Geheimtipp bezeichnen. Dieses Gebiet mit traumhaften alten Steindörfern und wunderschönen Landschaften wurde bis jetzt vom Großteil ausländischer Touristen verschont. Wir verraten dir, wie du eine Fotoreise in die Abruzzen einfach selbst planst: von der Anreise bis zur richtigen Reisezeit und den Unterkünften. Außerdem zeigen wir dir die Plätze, die uns am besten gefallen haben und mit spannenden Fotomotiven aufwarten.Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Warum du in die Abruzzen fahren solltest

Zwischen Adria und Appenin überraschen die Abruzzen nicht nur mit schönen Stränden, sondern auch gleich mit drei Nationalparks, einer beeindruckenden Bergwelt und imposanten mittelalterlichen Burgen. Die Abruzzen lassen sich perfekt mit einem Rom Besuch verbinden und sind nur rund zwei Autostunden von Italiens Hauptstadt entfernt. Die Abruzzen eignen sich auch wunderbar für einen Aktivurlaub, vom Radfahren über Wandern und Paddeln wird hier alles geboten.

Wir waren insgesamt 2,5 Wochen unterwegs und haben uns einen sehr abwechslungreichen Urlaub zusammengestellt. Begonnen haben wir mit einem Zwischenstopp in Rom. Danach haben wir uns in das fünf-tägige Abenteuer Eselwandern am Cammino dei Briganti gestürzt. Den letzten Teil der Reise waren wir individuell mit dem Auto unterwegs. Bevor wir dir unsere Lieblings-Fotoplätze in den Abruzzen zeigen, starten wir aber erstmal mit all den Infos, die du für deine Reiseplanung brauchst.

Anreise & Mobilität in den Abruzzen

Für die umweltfreundliche Anreise eignet sich die Bahn am besten. Am Einfachsten ist es, wenn du mit dem Zug direkt nach Rom fährst. Von Österreich aus ist das mit Zügen der ÖBB von Wien, Leoben, Klagenfurt, Salzburg und Villach möglich. Bei der ÖBB Sparschiene bekommst du einen Sitzplatz in der 2. Klasse inklusive Reservierung schon ab 29,- € pro Strecke. Die Fahrt dauert 14 Stunden. Wir fahren so lange Strecken gerne über Nacht mit den ÖBB Nightjet Zügen.

So kannst du dir auch gleich Italiens Hauptstadt anschauen, übrigens ein Paradies für Veganer! Danach ist es mit dem Mietauto nur mehr ein Katzensprung in die 1,5 Stunden entfernten Abruzzen. Alternativ kannst du auch mit dem Zug nach Pescara an der Küste fahren. In dem Fall mußt du umsteigen, meistens in Venedig und/oder in Bologna.

Fotoreise in die Abruzzen Anreise per Bahn Fotonomaden

Mit dem Nachtzug vergeht die Zeit nach Rom wie im Flug

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in den Abruzzen leider nicht gut ausgebaut. Das Bahnnetz ist nicht sehr dicht und bei den Bussen hat man einerseits in der Mittagszeit oft eine lange Pause und andererseits schon am Nachmittag den letzten Bus. Besonders wenn du in den Abruzzen wandern gehen willst, kommst du um ein Auto nicht herum, um zu den teils entlegenen Startpunkten zu gelangen.

Unterkünfte in den Abruzzen

In der Hochsaison, ungefähr von Mitte Juni bis Ende August, kann es an der Küste relativ voll werden. Im Landesinneren ist es auch dann kein Problem eine Unterkunft zu finden.

Für unsere Eselwanderung haben die Veranstalter die Unterkünfte für uns organisiert. Am Ende des Urlaubs haben wir uns für vier Nächte in einer Airbnb Unterkunft in Città Sant’Angelo bei Alessandra einquartiert, die wir vorab gebucht hatten. Die Unterkunft ist sehr schön und nur 15 Minuten Autofahrt von Pescara entfernt, allerdings liegt sie in einem Industriegebiet mit riesigen Outletcentern.

Für einzelne Nächte haben wir uns spontan Zimmer gesucht, weil wir nie genau wussten, wo wir sein würden. Wir hatten nie Probleme, etwas zu finden. Normalerweise übernachten wir in einfachen Unterkünften, vorwiegend privat. Wenn du lieber schon im Vorhinein deine Übernachtungen organisieren willst, findest du neben Airbnb auch auf BBItalia Bed and Breakfast Anbieter für die Abruzzen.

Fotoreise in die Abruzzen Steinhütten Fotonomaden

Typische abruzzesische Steinhütten, gewohnt haben wir allerdings etwas moderner ;-)

Vegetarisch und vegan Essen in den Abruzzen

Im Vergleich zu anderen Regionen Italiens hat man hier noch das Gefühl, dass traditionelle italienische Gerichte serviert werden, die noch nicht vom Tourismus beeinflusst werden. Die Küche der Abruzzen ist deftig, fettig und sehr fleischlastig. Gemüse spielt meist nur eine Nebenrolle. Oft sind die Einheimischen ratlos, was sie servieren sollen, wenn man um eine fleischlose Speise bittet. Selbst vegetarische Gerichte findet man auf den Speisekarten selten. Viele der Angestellten in Restaurants und einfachen Unterkünften sprechen weder Englisch noch Deutsch. Wenn du jedoch italienisch sprichst, kannst du selbst Vorschläge für einfache Gerichte machen.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Confetti – Die berühmten Schokodragees aus Sulmona

Die meist hausgemachten Nudeln – Maccheroni alla Chitarra – enthalten Eier. Selbst bei den Antipasti haben wir kaum Gemüsevarianten entdeckt, meist gab es nur Würste oder Käse zur Auswahl.
Unser Tipp: Miete dir Unterkünfte, wo du die Küche benützen kannst und versorge dich selbst.

Nachdem die Auswahl in den Abruzzen sehr beschränkt ist, können wir dir nur wärmstens empfehlen, auch ein paar Tage in Rom zu verbringen und dich durch das große und leckere vegane Angebot zu schlemmen. Hier findest du jede Menge Tipps für veganes Essen in Rom.

Reiseplanung

Schon bei der kleinen Auswahl an Reiseführern merkt man, wie unbekannt die Abruzzen in den deutschsprachigen Ländern noch sind. Uns hat der Reiseführer Abruzzen* von Sabine Becht und Sven Talaron aus dem Michael Müller Verlag gute Dienste geleistet (Neuauflage Ende Juli 2018).

Für eine erste Übersicht ist auch das offizielle Abruzzo Turismo Portal eine gute Quelle.

Wenn du die Natur gerne zu Fuß entdeckst, dann ist der Rother Wanderführer Abruzzen: Wandern zwischen Gran Sasso und Adriaküste  eine gute Ergänzung zum kulturlastigen Reiseführer. Wanderungen in über 2000 Meter Höhe sind meistens in der Zeit von Mitte Juni bis Mitte Oktober möglich.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Die Abruzzen trumpfen mit Steindörfern und Bergkulissen auf

Die beste Reisezeit für eine Fotoreise in die Abruzzen

Aus beruflichen Gründen mussten wir im August in die Abruzzen fahren. Für Wanderungen in höheren Lagen passt diese Zeit auch gut. Zum Fotografieren war es in Ordnung, aber man muß doch im Verhältnis mit mehr Touristen rechnen.

Empfehlen würden wir allerdings eher Frühling und Herbst, unter anderem weil da weniger Touristen unterwegs sind. Im Mai und Juni ist es nicht nur kühler, sondern es steht auch alles in Blüte. Perfekt für eine Fotoreise in die Abruzzen! Im Herbst dagegen hat man wunderschöne Laubverfärbungen, die gemeinsam mit den zahlreichen Burgen tolle Fotomotive bieten.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Eine Schafherde, auf die wir beim Wandern gestossen sind

Unsere Lieblings-Foto-Locations in den Abruzzen

Rocca Calascio und Santa Maria della Pietà

In der Umgebung der 1000 Jahre alten Burganlage von Rocca Calascio bieten sich gleich mehrere Fotomotive an. Neben der Burg selbst hast du an klaren Tagen auch eine grandiose Aussicht über die Berglandschaft der Apenninen. Ein paar Schritte weiter liegt die wunderschöne Kirche Santa Maria della Pietà.

Wer nach Rocca Calascio und  zur Santa Maria della Pietà möchte, sollte ein wenig Zeit einrechnen. Wir waren an einem Feiertag im August dort und die Straße hinauf war gesperrt. Wir konnten nur mit einem Shuttlebus oder zu Fuß hinauf.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden Valle Porclaneta

Rocca Calascio mit Blick ins Valle Porclaneta

Fotoreise in die Abruzzen Valle Porclaneta

Die Kirche Santa Maria della Pietà

Abruzzesische Steindörfer

Die Dörfer und Städtchen sind toll in Schuß und sehr sauber. Die Einwohner sind wirklich bemüht, die Ortschaften mit Blumen und anderem Dekor noch zu verschönern.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Barrea liegt wunderschön an einem großen See

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Die Städtchen und Dörfer in den Abruzzen sind sehr schön gepflegt

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Fotomotive lassen sich hier an jeder Ecke finden

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Im Dörfchen Villalago

Valle dell‘ Orta: Le Rapide di Santa Lucia

Uns haben die Stromschnellen von Santa Lucia im Orta Tal deshalb gefallen, weil sie wieder mal ganz andere Fotomotive geboten haben.

Fotoreise in die Abruzzen Rapide di Santa Lucia Fotonomaden

Fotoreise in die Abruzzen Rapide di Santa Lucia Fotonomaden

Hier haben wir mit dem Einsatz von Filtern Langzeitbelichtungen gemacht

Sulmona

Die Geburtsstadt Ovids mit ihrer schönen Architektur liegt am Rande des Majella Nationalparks.

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden Sulmona

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Das Kloster von San Martino in Valle

Die Besichtigung des Klosters haben wir gleich mit einer kurzen Wanderung verbunden.

Fotoreise in die Abruzzen Monastero San Martino in Valle

Der Campo Imperatore

Dieses karge, raue Hochplateau liegt im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga. Von Assergi aus führt eine spannende Panoramastraße über den Campo Imperatore nach Castel del Monte.

Fotoreise in die Abruzzen Campo Imperatore Fotonomaden

Die raue Felslandschaft am Campo Imperatore

Fotoreise in die Abruzzen Heuschrecke Fotonomaden

Diese Heuschrecke hat sich unsere Motorhaube als Mitfahrgelegenheit ausgesucht

Die Mittelalterburg Roccascalegna

Die Burg liegt im gleichnamigen Ort und beeindruckt schon durch ihren trutzigen Standort am Felsen.

Roccascalegna

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden Roccascalegna

Valle del Sagittario

Die Einsiedelei von San Domenico bietet einen schönen Blickpunkt im „Tal des Schützen.“

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Hier kann man wunderbar schwimmen und paddeln gehen.

Costa di Trabocchi

Trabocchi sind die typischen Pfahlbauten, die an der abruzzesischen Küste der Adria für den Fischfang gebaut wurden. Auf Deutsch werden diese Konstruktionen Fischergalgen genannt. Die meisten davon sieht man auf der Strecke zwischen Pescara, Ortona, San Vito Chietino, Vasto und San Salvo. Heutzutage sind die Trabocchi nicht mehr im Einsatz. Während manche einfach verfallen, sind in andere Restaurants oder Bars eingezogen.
Bei den Trabocchi empfehlen wir mit einem Filter zu arbeiten, um mit einer Langzeitbelichtung das Meer zu verwischen. Hier hatten wir neben diversen Lee-Filtern auch den Big Stopper von Haida* im Einsatz.
Fotoreise in die Abruzzen Fotonomaden

Ein Trabocco nahe Vasto

Wir hoffen, du hast jetzt Gusto auf die Abruzzen bekommen und erforschst diese unbekannte Ecke Italiens mal selbst mit deiner Kamera, solange sie noch nicht so bekannt ist!

*Dieser Artikel enthält Affiliate Links. Das bedeutet, dass du zwar keinen Cent mehr bezahlst, wir aber eine kleine Provision bekommen, wenn du über einen dieser Links etwas kaufst. Dadurch hilfst du uns, diesen Blog betreiben zu können. Herzlichen Dank, die Fotonomaden 🙂

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Karin Haffert

Ist die mit dem strengen Auge für die Bildkomposition…und so richtig schön kann man komponieren, wenn das Motiv stillhält. Deswegen mag Karin Stillleben so gerne, Landschaften, Makroaufnahmen und langsame Tiere ;-)

4 Kommentare

  1. Wow!. Ich danke euch für diesen tollen Reisebericht. Immer wieder habe ich mir die Abruzzen angesehen und ab jetzt sind sie Teil meiner Reiseliste! Ich danke euch :-). Schaut auch wunderbar zum Wandern aus.

    • Karin Haffert
      Karin Haffert on

      Liebe Monika, freut uns sehr, dass dir der Reisebericht so gut gefallen hat! Schön, dass sie jetzt auf deiner Reiseliste stehen. Die Gegend ist zum Wandern ideal :-)

  2. Vielen Dank für den Tipp! Haben auf Grund des Reiseberichts dorthin einen Roadtrip im Oktober gemacht und die Landschaft ist einfach so beeindruckt und mega abwechslungsreich in so kurzen Entfernungen =)

    • Karin Haffert
      Karin Haffert on

      Hallo Ludwig,
      freut uns sehr, dass wir dich zu einer Reise in die Abruzzen inspirieren konnten! Wir waren von der Gegend auch begeistert :-)

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