Ardeche & Cevennen: Foto- & Reise-Tipps

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Auf der Suche nach einem nicht so bekannten Reiseziel in Frankreich mit toller Natur sind wir bei der Ardeche und den Cevennen fündig geworden. Hier verraten wir dir einige Tipps für tolle Urlaubsfotos aus dieser Region. Außerdem findest du hier alles, was du für die Planung deiner eigenen Foto-Reise wissen mußt.

Fotografie Tipps für Ardeche & Cevennen

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Das Tolle an Frankreichs wildem Süden ist, dass er eine große Bandbreite an unterschiedlichen Motiven bietet: Raue Berglandschaften, pittoreske Steindörfer und interessante Makro-Motive. 

Wann immer möglich haben wir ab dem späten Nachmittag mit wunderschönem weichen, warmen Seitenlicht fotografiert. Für schöne Lichtstimmungen ist die Zeit von 1 Stunde vor bis 1 Stunde nach Sonnenuntergang ideal. Sowohl die goldene als auch die blaue Stunde fallen in diesen Zeitraum. Natürlich gilt das selbe auch für die Zeiten rund um den Sonnenaufgang. So früh haben wir es im Urlaub allerdings nicht aus dem Bett geschafft 😉

Für diese Reise empfehlen wir folgende Foto-Ausrüstung:

  • Weitwinkel-Objektiv für die Berge, engen Schluchten & Straßen, die man entlang fährt
  • Ein Allround Zoom-Objektiv für Motive am Wegesrand und in den Ortschaften
  • Makro-Objektiv für kleine Tiere und Blumen  (kein Muß!)
  • Stativ für schlechtes Wetter, super scharfe Bilder und Langzeitbelichtungen. Mehr dazu in unserem Artikel, welche Vorteile ein Stativ hat.

Wenn du genau wissen willst, welche Kameras, Objektive und Stative wir verwenden, schau‘ in unserer ausführlichen Foto-Ausrüstungs-Liste nach.

Nahaufnahmen

Wenn du ein Makro-Objektiv besitzt, nimm es mit! Falls du keines hast, nimm die Fotos in der höchsten Bildauflösung auf, die du bei der Kamera einstellen kannst. Gehe möglichst nah an dein Motiv heran. Achte darauf, dass der Hintergrund möglichst viel Abstand zu deinem Motiv hat, damit der Hintergrund schön unscharf wird. 

Ein Makro-Objektiv hat bei offener Blende einen minimalen Schärfebereich. Da muß man stärker abblenden (= die Blende mehr schließen, also eine größere Zahl wählen), um ein bißchen Schärfe ins Bild zu bekommen. Bei einem regulären Objektiv solltest du eine sehr offene Blende wählen.

Die Gottesanbeterin haben wir mit unserem 90 mm Makro-Objektiv. Die anderen 3 Bilder wurden mit einem regulären 14-150 mm Objektiv aufgenommen. Man sieht sehr gut den Unterschied bei den Blenden und der Unschärfe im Hintergrund.

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Aufgenommen mit Nikon D800, Tamron Makro 90 mm, Blende f/13

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Fotografiert mit Olympus OM-D-E-M10MarkII, f/7,1

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Entstanden mit einer Olympus OM-DE-M10MarkII, f/7,1

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Aufgenommen mit der Olympus OM-D-E-M10MarkII, f/5,6

Landschaftsaufnahmen

Gewichtung von Elementen im Bild

Ein mittig geteiltes Foto, halb Himmel und halb Landschaft schaut meist fad aus. Die Ausnahme sind Spiegelungen, die man symmetrisch abbilden möchte, da paßt die Mittelteilung. Dynamischer wird ein Foto, wenn man es von der Gewichtung her z.B. in 1/3 zu 2/3 aufteilt.  Bei spannenden Wolkenstimmungen bietet es sich an, dem Himmel viel Platz zu geben, z.B. 2/3 vom Bild.

Beim unteren Foto wollten wir die Gewitterstimmung besonders hervorheben und fanden die Wolken interessant. Deswegen haben wir uns für ganz viel Himmel und ganz wenig Landschaft entschieden. Auch so eine Extrem-Lösung ist möglich, wenn es einem gefällt.

fotonomaden-frankreich-ardeche-gewitterstimmung

Richtig belichten bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten

Beim Fotografieren hat man immer wieder Lichtsituationen mit extremen Helligkeitsunterschieden z.B. bei Schluchten zwischen Himmel (Sonne) und Schluchtboden (Schatten). Die Kamera gerät in solchen Situationen oft an ihre Grenzen. Sie kann einen so hohen Kontrastumfang (Dynamikumfang genannt) nicht abbilden. Das Histogramm steht dann meist links und rechts an. Die hellen Stellen reißen aus, während die dunklen absaufen.

Wir stellen euch 3 Lösungen für dieses Problem vor: 

  • Ein automatisches HDR erstellen: Einige Kameras haben mittlerweile eine HDR Funktion eingebaut und der Fotoapparat rechnet das Bild gleich im jpeg-Format zusammen. Die Foto-Qualität ist niedriger als in RAW. Man muß damit rechnen, dass die Farben etwas unnatürlich wirken.
  • Ein RAW HDR erstellen und selbst zusammenrechnen: Wer fortgeschrittener ist, macht in so einer Situation ein HDR (High Dynamic Range) Bild im RAW-Format aus mehreren Aufnahmen vom exakt selben Ausschnitt (Stativ verwenden!!). Dafür nimmt man mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen auf: 1x belichtet man richtig für den Himmel, 1x für die Mitteltöne und 1x für die dunklen Töne. Dann rechnet man die Fotos z.B. in Lightroom zusammen.
  • Den Himmel weglassen: Eine einfachere Möglichkeit ist, einen Bildausschnitt zu wählen, bei dem man den Himmel einfach weg läßt. Damit ist der Dynamikumfang geringer und die Kamera kann das Foto normalerweise problemlos belichten, wie auf dem folgenden Foto.
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St. Chely du Tarn

So planst du deine Reise in die Ardeche & Cevennen

Ohne Französischkenntnisse in die Ardeche

Trotz äußerst rudimentärer französischen Sprachkenntnissen sind wir auf unserer Reise gut über die Runden gekommen. Besonders in den kleinen Dörfchen findet man allerdings selten jemanden, der eine Fremdsprache spricht. Wenn du nicht Französisch sprichst raten wir dir, vorab ein paar einfache Sätze zu lernen und dir einen Sprachführer für die Reise zuzulegen.

Die beste Reisezeit für die Ardeche und die Cevennen

Wir waren von Mitte bis Ende September unterwegs. Da ist schon Nachsaison und es sind deutlich weniger Touristen unterwegs. Selbst an Plätzen, die in der Hochsaison komplett überlaufen sind, wie etwa dem Pont d’Arc in der Gorges d’Ardèche, war relativ wenig los.

Da es in der Nacht schon relativ frisch wird, sind auch einige Campingplätze zu dieser Jahreszeit geschlossen. Der Vorteil ist jedoch, dass die Preise für Campingplätze und auch Zimmer um einiges günstiger sind. Prinzipiell sind die Ardèche und die Cevennen als Reiseziel im deutschsprachigen Raum noch nicht so bekannt. Man trifft eher auf französische Touristen.

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Für alle, die den Rummel des Hochsommers meiden wollen, empfehlen wir die Zeit von Mitte Mai bis Ende Juni oder im Herbst von September bis Mitte Oktober.  Zu der Zeit hat man normalerweise auch gutes Wetter für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Radfahren oder Paddeln.

Reiseführer & Infoseiten für Ardeche & Cevennen

Nützliche Infos zur Reiseplanung findet man auf der Ardèche Info-Seite und Cevennen.fr von Uli Frings, der auch selbst Wander- und Reiseführer zu dieser Region geschrieben hat. 

Wir fanden sowohl in der Planung, als auch vor Ort, den Reiseführer von Dumont Direkt „Ardèche, Tarn und Cevennen“ mit Straßenkarte gut und praktisch. Schon zuhause haben wir uns die spannendsten Touren aus dem Rother Wanderführer „Cevennen – Ardèche“ herausgesucht. Das wir am Ende weniger gemacht haben lag nicht am Führer, sondern ausschließlich daran, dass wir uns von all den Foto-Motiven zu viel haben ablenken lassen 😉 

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Im Bois-de-Paiolive

Anreise, Transportmittel & Camping in der Ardeche und den Cevennen 

Der Umwelt zuliebe finden wir eine Anreise ohne Flugzeug immer besser 🙂 Da wir unser Auto mit einem Mini-Camping Einbau ausgestattet haben, sind wir die gesamte Strecke mit dem Auto gefahren. Umweltfreundlicher wäre natürlich die Anreise mit Bus oder Bahn. Vor Ort benötigt man dann allerdings ein Mietauto, da es in der Ardèche kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt.

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Übernachtet haben wir fast ausschließlich in unserem Auto auf Campingplätzen. Für die Unterkunftssuche vom Schloss bis zum Campingplatz wird man auf dieser Ardèche-Tourismus-Seite nachschauen. 

Tipp: In den Touristeninformationen gibt’s immer 30 Minuten Internet gratis, während man am Campingplatz für Strom und Internet extra zahlen muß! Mit dem Wegfallen der Roaming-Gebühren in der EU ist das aber jetzt eh nicht mehr so ein Thema.

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Wir sind vom nördlichen Niederösterreich über Zürich und Lyon gefahren. Auf der Rückfahrt haben wir die Strecke entlang der Côte d’Azur und dann weiter nach Italien über Turin und Mailand genommen. 

Veggie & Vegan in Ardeche & Cevennen

Als veggie/veganes Pärchen und Camper haben wir uns großteils selbst versorgt. Veganes ist in dieser Ecke Frankreichs in Lokalen praktisch nicht vorhanden. Selbst das Angebot für Vegetarier fällt recht klein aus. 

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Lecker gegessen haben wir in diesem Urlaub trotzdem! In allen größeren Städten gibt es Bioläden, wo man auch als Veganer fündig wird. Toll fanden wir auch, dass man sehr viel unverpackt einkaufen kann, von Oliven über Nudeln bis zu Gewürzen und Tees. Wir haben dafür immer unsere Stoffbeuteln und Lunchboxen dabei, um Müll zu vermeiden. 

Im 2. Teil über die Ardèche und die Cevennen zeigen wir dir dann unsere genaue Reiseroute und was für Foto-Motive dort warten.

Auf Melanies schönem Blog Urlaubsgeschichten zeigen wir dir noch mehr schöne Fotos aus Südfrankreich und erzählen dir von unseren Urlaubs-Highlights.

About Author

Karin Haffert

Ist die mit dem strengen Auge für die Bildkomposition…und so richtig schön kann man komponieren, wenn das Motiv stillhält. Deswegen mag Karin Stillleben so gerne, Landschaften, Makroaufnahmen und langsame Tiere ;-)

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